#050: Waldeck und die WLZ: Was passiert, wenn keiner mehr hinschaut?
Shownotes
Das Thema im Fokus:
Wie der Lokaljournalismus den Zusammenhalt in der Region stärkt: WLZ: Tag des Lokaljournalismus
Die gute Nachricht:
Vitos Haina eröffnet Klinikneubau für die Erwachsenenpsychiatrie: WLZ: Vitos Haina eröffnet Klinikneubau
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Transkript anzeigen
00:00:00: Einen Samstagabend in Gottsheim.
00:00:02: Mehr Zweckhalle, rund sieben und Gäste gute Stimmung.
00:00:06: Der DJ legt auf Dann läuft Lamoto Jua Und beim Raffaar rufen Stimmen im Saal Parolen die in Keimdorf etwas zu suchen haben.
00:00:16: Was an diesem Abend passiert wäre fast verschwunden Wie so vieles das passiert um keine Öffentlichkeit findet.
00:00:23: Dann schreibt aber jemand eine Zeitung an Die Zeitung recherchiert und was danach folgt ist die Geschichte dieser Folge RTWLZ angeschrieben.
00:00:31: Heute ist Folge fünfzig der Lokalrunde und ich nutze diesen Rundmoment für eine Frage, die ich mir selbst stelle und der ich heute mit dir zusammen nachgehe.
00:00:40: Was kostet Lokaljournalismus wirklich?
00:00:43: Nicht ein Euro sondern dem was er bewirkt und dem was fehlt wenn er wegfällt.
00:01:07: Und damit hallo und herzlich willkommen zu Lokalrunder, dem Podcast.
00:01:10: der war schon in einer Zeitung mit den Themen die Wallek bewegen.
00:01:13: Du hast Folge Fünfzig vom Zwölften Mai, zwanzig, sechsundzwanzig Jahre.
00:01:17: Wir haben einen kleinen runden Geburtstag!
00:01:19: Mein Name ist Dennis Schmidt.
00:01:20: Ich bin Gastgeber der Lokalrunde und Redakteur in der Lokaleredaktion im Korbach Und ich habe auch eine gute Nachricht.
00:01:27: Die kommt heute aus Heimer.
00:01:30: Los geht's.
00:01:38: Es ist der siebenzehnzehn Januar, zwansich, vierundzwansich.
00:01:41: Samstagabend In dem Erzweckhalle in Gondelsheim fallen rund siebene junge Menschen ein Diskoabend.
00:01:47: Gute Stimmung volles Haus.
00:01:49: Dann spielt der DJ Lamoto Jua, das Lied der Italo-DJs Gigi Dattocostino.
00:01:56: Und beim Refrain skandiert eine Gruppe im Saal Deutschland den deutschen Ausländerhaus.
00:02:02: Andreas Schmidt Vorsitzender des TSV Gotelsheim ist an diesem Abend dabei.
00:02:07: Er bekommt von dem Vorfall nichts mit.
00:02:09: Auch die meisten anderen Gäste hören nichts.
00:02:11: Erst Tage später wird der Vorstand informiert durch Besucher Die sich melden und berichten was sie gehört haben.
00:02:18: Schmitz zögert nicht lange, er stellt Nachforschung an und der TSV Gottlesheim erstattet Selbstanzeige bei der Polizei.
00:02:26: Der Statschutz der Kriminalpolizeikorbach übernimmt.
00:02:28: Zeugen werden vernommen aber ein hinreichender Tatverdacht gegen einzelne Personen ergibt sich nicht.
00:02:34: Die Ermittlungen verlaufen ins Leere Strafelrechtlich gesehen eine Sackgasse.
00:02:40: Gesellschaftlich gesehen noch längst nicht am Ende Denn die WLZ-Redaktion wird auf denen klar Aufmerksam gemacht, die Recherche beginnt Und am Feb.
00:02:50: und Februar den Vorfall berichtet die Wallek-Schlanneszeitung in mehreren Artikeln.
00:02:56: Sachlich, mit dem Stimmen des Vereinsvorstands und einer Stellungnahme des Netzwerks für Toleranz im Ballek Frankenberg.
00:03:03: Das ist der Moment von dem diese Folge handelt – nicht die Parolen oder das Scheitern der Ermittlung sondern was danach in Gangkau haben weil eine Zeitung bereit war hinzuschauen.
00:03:16: Was kostet es wenn niemand mir hinschaut?
00:03:20: Ein wahrscheinlich ja sehr offensichtiger Disclaimer vorab.
00:03:23: Ich bin Journalist, ich arbeite ganz offensichtlich für diese einzige Tageszeit in dem Weilergerland und bin also befangen.
00:03:30: Das soll keine Lobhude leih werden sondern eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema.
00:03:36: Wo mir dies nicht gelingt sag es mir und melde dich!
00:03:39: Und jetzt rein ins Thema.
00:03:44: Am fünften Mai vor einer Woche fand ein bundesweiter Tag des Lokaljournalismus statt Eine Initiative von IPM Media und Drive, einem Zusammenschluss von dreißig Regionalverlagen koordiniert von der Deutschen Presseagentur DPA.
00:03:58: Mehr als hundert Medienmarken aus Deutschland, Österreich oder Schweiz haben mitgemacht.
00:04:01: Die WDZ ist Teil von IPMM.
00:04:03: deswegen haben wir auch diesen Tag zum Andersgenommen zu berichten Und ich habe mir jetzt für die fünftigste Lokalrunde gedacht.
00:04:10: das ist der richtige Moment Für ein paar Fragen Was sind wir eigentlich?
00:04:14: Was tun wir hier eigentlich und wofür?
00:04:18: Ich fange nicht Bei uns heute an, sondern bei einem historischen Datum.
00:04:23: Am zehnten Mai, von dem KB Rathaus erschien in einem kleinen Fachwerkhaus die erste Ausgabe der KB Zeitung gegründet von Wilhelmping.
00:04:33: Gerade mal ein bis zu zweiter Jahre alt.
00:04:34: Schriftsetzer und Buchdrucker aus Ursägen im Taunus.
00:04:38: Vier Seiten – zwei Mal die Woche.
00:04:40: Das war vorvorgestern und ist markiert den hundertdrei-nein- dreißigsten Geburtstag der Waukschnallenszeitung.
00:04:47: Herzlichen Glückwunsch!
00:04:49: Ich habe Ihnen die allererste Ausgabe angesehen, die Probenummer vom zehnten Mai.
00:04:54: Der vollständige Titel lautet damals allgemeiner Anzeiger für das Fürstentum Wallig und das Nachbargebiet Und im Gründungstext den Abonnementsaufruf.
00:05:04: auf Seite eins steht ein Satz der berührt ein bisschen Die korbacher Zeitung werde ich zitiere die politischen Ereignisse objektiv und vom nationalen Standpunkt aus besprechen und aufmerksamste Berücksichtigung den lokalen landwirtschaftlichen und gewerblichen Verhältnissen des Fürstentums Wittmann.
00:05:23: Objektiv, national – wir würden heute sagen regional – und aufmersamster Berücksichtigung der lokalenen Verhältnisse.
00:05:30: Das ist von der Rechtschreibung und vom Ton ein bisschen abgesehen das Prinzip bis heute.
00:05:36: Und was steht so in dieser ersten Ausgabe?
00:05:39: Es gibt zwei große Rubriken politische Rundschau und Walldeck- und Nachbarschaft.
00:05:44: In der politischen Rundschau, das preußische Abgeordnetenhaus stimmt über den Verwaltungsvertrag für die Fürstentümer Weilig und Pymont ab.
00:05:52: Eine Berliner Debatte mit direkter Konsequenz für die Region.
00:05:56: Und in Weilich und Nachbarschaft?
00:05:58: Ein schweres Unmeter zieht über Aarholsen.
00:06:01: Auguste Happe, neunzehn Jahre alt Tochter des Privatssekretärs Happen in Korbach liegt krank im Paulinenstift.
00:06:07: Das Gewitter erschreckt sie so sehr dass sie stirbt.
00:06:10: Die Relektion berichtet ein Name, ein Schicksal.
00:06:15: Außerdem die Stadtpart Aarhusen plant ein neues Schulhaus, einen Kasernenanbau und eine Wasserleitung.
00:06:21: Das Weltgeschehen und das was direkt vor der Haustür passiert Seite an Seite seit dem ersten Tag.
00:06:29: Notzerzehn wird aus der Korbacher Zeitung die Walleckschlandeszeitung.
00:06:32: Die erste Tageszeitung in ganz Wallek.
00:06:34: Seither erscheint sie täglich durch den Ersten Weltkrieg als Tausende Soldaten sich ihre Heimatzeitungen per Feldbost an die Front nachschicken ließen und die Redaktion für sie die Nachrichten aus Waldeck in die Schützengräben Europas schickte.
00:06:46: Durch die Weimarer Republik, durch die NS-Zeit als auf die WLZ wie alle deutschen Zeitungen der Gleichschaltung unterworfen war und Propaganda druckte.
00:06:56: Das gehört zur Geschichte dazu.
00:06:58: Durch den Zweiten Weltkrieg bis zum Gründonnerstag dem XX.
00:07:01: März, dass der Tag an dem amerikanische Truppen in Korbach einmarschieren.
00:07:07: Dann schweigt die Zeitung!
00:07:09: bis zum ersten Juli, als sie neu licenziert wieder erscheint.
00:07:14: Dann geht es durch den Kalten Krieg Jahrzehnte in der Weltlage täglich Drote zu eskalieren und in denen die WLZ-Tradaktion die Aufgabe hatte diese Bedrohung für Menschen im Korbach Bad Aralsen und Bad Wildung greifbar zu machen.
00:07:26: Was bedeutet ein atomarer Rüstungswettlauf für Familien im Waldecker Land?
00:07:30: Welche Soldaten aus der Region stehen wo?
00:07:33: Lokale Bezug in jeder Weltlage das war und ist die Kernaufgabe.
00:07:39: Ein Moment, den die WLZ wie alle deutschen Zeitungen begleitet.
00:07:43: Aber eben aus der Perspektive Waldecks.
00:07:46: Wer aus der Region hat Verwandte im Osten?
00:07:47: Welche Begegnung gibt es?
00:07:49: Was bedeutet Wiedervereinigung konkret hier in Nordhessen?
00:07:55: Finanzkrise – Die Weltbösen stürzen auch das landet in Waldeck.
00:07:59: Betriebe, die Kredite nicht mehr bekommen Eigentümer, die ihre Häuser nicht finanzieren können Sparmaßnahmen, die Kommunen treffen Und in dem Jahr und zwei Jahren marschiert Russland in die Ukraine ein.
00:08:08: Seither begleitete die Wlz-Kredaktion die Fragen die sich vor Ort stellen.
00:08:12: Flüchtlinge, die im Waliker Land ankommen Unterkünfte, die gefunden werden müssen Menschen, die helfen Das Weltgeschehen runtergebrochen auf der Gemeindeebene.
00:08:21: das ist unsere Arbeit Hundertneinhalb Jahre lang durch alles hindurch.
00:08:27: Ich erzähle das weil diese Geschichte etwas zeigt.
00:08:30: Eine Lokalzeitung ist keine normale Ware Die man wegwirft wenn sie etwas teurer wird.
00:08:36: Das merken wir.
00:08:36: Sie ist Teil der Infrastruktur eine Region Ein bisschen wie Wasserversorgung, ein bisschen wie Straßen nur eben für Öffentlichkeit.
00:08:46: Und jetzt kommt der Teil den ich auch erzählen muss weil er dazugehört.
00:08:59: aus Bad Hersfeldt, geführt von Daniel Schöning.
00:09:14: Schöening ist ein Neffe des Zeitungsverlegers Dick Ippen und Dick Ippen ist in Nordhessen kein Unbekannter.
00:09:19: Er verlegt die hessisch-niedersächsische Agemeine kurz ein.
00:09:23: A, die in Korbach eine lokale Ausgabe unter den Namen Wallecksche Agemeiner ausgab mit rund fünftausend Exemplaren hat direkte Konkurrenz zur WLZ.
00:09:33: was dann passiert ist publizistisch relevant.
00:09:35: deswegen gewinne ich es hier.
00:09:36: kurz nach dem Kauf der WL Z durch die IPNA MBG wird die Wallekscher Allgemeine zum einreisten März-Zwanzig-Fünfzehn eingestellt.
00:09:43: Die Gewerkschaft werde ich kommentiert, das damals so.
00:09:46: Durch die Einstellung der wallekischen Allgemeinen wie die Region Korbach-Waldig um eine publizistische Stimme ärmer.
00:09:54: Formal existiert die HNA im Wallecker Land seit hier nicht mehr als eigenständige Stimme.
00:09:58: Die Maddlenseiten der WLZ kommen heute aus der Zentralrelaktion von Ippen.
00:10:03: Lokal wird in Korbach Bad Aarhausen und Bad Wildung gemacht.
00:10:06: aber da überregieren alle Rahmen kommt von einem Konzern, der inzwischen einer der größten deutschen Regionalmedienkonzerne ist.
00:10:12: Das ist die Realität – das ist keine Katastrophe aber es ist im Kontext, den man kennen muss!
00:10:18: Und diese Infrastruktur ist heute unter erheblichem Druck.
00:10:21: Die Digitalisierung hat die Erlösmodelle traditioneller Medien erschüttert.
00:10:25: Anzeigen wandern ins Netz Auflagen sinken Die WZ verbreitet laut IVW rund vierzehntausend einundvierzig Exemplare und der Trend zeigt seit Jahr nach unten.
00:10:36: Junge Menschen informieren sich auf Plattformen deren Algorithmen zeigen, was Aufmerksamkeit erzeugt und nicht etwas Wichtiges.
00:10:43: Zwei Studien die ich mir für diese Folge angeschaut habe machen die Lage greifbar.
00:10:49: Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien hat im November zwanzig-fünfundzwanzig eine repräsentative Untersuchung zu Lokaljournalismus und Demokratie vorgelegt ist also noch relativ neu.
00:10:58: Das Ergebnis?
00:10:59: Für fünf Null der Deutschen nutzen lokaljournalistische Angebote wöchentlich Wer hat sie Hälfte sogar täglich?
00:11:05: Prüben.
00:11:06: achtzig Prozent sagen Sie wollen wissen, was in ihrer direkten Umgebung passiert.
00:11:10: Und fast zwei Drittel derjenigen die täglich lokale Medien nutzen befürchten ohne sie würden Bürgeranliegen und Missstände unsichtbar bleiben.
00:11:18: Das ist die Nachfrageseite.
00:11:19: Menschen wollen diese Berichterstattung.
00:11:23: Die Angebotsseite sieht anders aus!
00:11:25: Die Rudolf-Orkstein-Stiftung hat im September twentyfünfzwanzig den sogenannten Wüstenradar vorgelegt – die erste bundesweite Studie zum Teilzungssterben auf Landkreisebene.
00:11:35: Deutschland hat noch keine Nachrichtenwüsten.
00:11:38: Aber es gibt eine zunehmende Versteppung, also der Boden trocknet sozusagen aus.
00:11:42: Besonders in ländlichen Gionen sind wir einer davon.
00:11:47: Weil die Fankenberg ist ein Beispiel dafür wie Konsolidierung aussieht.
00:11:51: In den letzten Jahren hatte die Region noch vier Tageszeitungen von zwei publizistischen Einheiten und deren überregionaler Mantel kommt aus einer Zentralredaktion.
00:12:04: Die Forscherinnen und Forscher waren wo lokaler Journalismus bereits verschwunden ist, sind die Folgen messbar.
00:12:10: Singt eine Wahlbeteiligung weniger politisches Engagement mehr Raum für Extremismus mehr unentdeckte Fälle von Fehlverhalten in Wirtschaft und Politik?
00:12:19: Die internationale Forschung ist da eindeutig aus Ländern in denen Entwicklung weiter fortgeschritten ist als bei uns.
00:12:32: Ok nochmal zurück nach Gordon's Hall.
00:12:34: Violetta Bart vom Netzwerk für Toleranz im Malik-Frankberg erinnert sich gut an den an dem Tag, an den die WHOZ berichtet.
00:12:43: Die Redaktion hatte sie um eine Stellungnahme gebeten und für sie stand sofort fest, dass die Angelegenheit auf jeden Fall thematisiert und Umgang damit festgelegt werden muss.
00:12:53: Ihr Kollegin Kea Sarabrahams von der DEXIT-Fachstelle für Demokratieförderung und Extremismusprävention reagiert damals schnell.
00:13:00: das Netzwerk für Toleranz setzt sich zusammen und es kommt auf eine Idee, die über Produzheim oder diesen einen Vorfall hinausgeht.
00:13:08: Violetta Bart beschreibt das so Unsere Kollegin hat nach dem Vorfall sofort gesagt, dass wir für die Vereine im Walldeck Frankenmerk etwas machen müssen.
00:13:15: Daraufhin haben wir uns zusammengesetzt und sind schnell auf die Idee gekommen das Thema größer auszubreiten.
00:13:20: Hierfür haben wir auch die Kollegin einbezogen, die für das Ehrenamt im Landkreis zuständig ist.
00:13:26: Von Anfang an gibt es also eine klare Bedingung Das Angebot muss niedrigschwellig sein keine überfrachteten Fachvorträge Etwas das Vereine wirklich nutzen können.
00:13:35: Im Frühsommer zwanzig vierundzwanzig nur wenige Monate nach dem Diskoabend.
00:13:39: Er scheint die Checkliste für Feste feiern ohne Extremismus.
00:13:43: Ein praktischer Fahrplan für Vereine, die Kirmeswochenenden oder Diskoabende veranstalten.
00:13:48: Eine Art Selbsttest.
00:13:49: Mithilfe dieser Liste können Vereine prüfen wie gut sie sich gegen Ausländer-Feindlichkeit Menschenverachtung und Demokratiefeindlichkeit in den eigenen Reihen aufgestellt haben.
00:13:58: Die Liste ist kostenlos und liegt im Downloadbereich bereit unter toleranzwafkb.de Und sie wird verteilt bei Veranstaltungen in Vereinen durch das Netzwerk für Toleranz und auch durch die WLZ, die darüber berichtet.
00:14:14: Helena Heider ebenfalls beim Netzwerk for Tolerant sagt viele unserer Projekttäger und Projektträger hätten ohne die Zeitung nie von unseren Fördermöglichkeiten erfahren.
00:14:23: Dabei bilden sie das Herzstück des Netzwerks vor Tolerans.
00:14:27: Das Netzwerk ist auf Reichweite angewiesen – auf Menschen und Vereine, die von seiner Arbeit erfahren.
00:14:34: Soziale Medien allein, sagt Helene Haider, können diese Reichweiten und Tiefe nicht leisten.
00:14:39: Die Zeitung schon, sagt sie.
00:14:42: Zu Beginn des Jahres zwanzig-fünfzwanzig findet der erste Expertenvortrag in Korbach statt.
00:14:46: Thema Wie gehen Vereine im Wallek Frankenberg damit um wenn Sie extremistische Tendenzen oder Äußerungen in ihn rein feststellen?
00:14:53: Prävention, Werte und konkret die Satzung.
00:14:59: Was bedeutet das?
00:14:59: Werte in der Satzung?
00:15:01: Helena Heider erklärt es so Es ist bedeutungsvoll im Verein über den eigenen Prinzipien zu sprechen und diese nach Möglichkeit auch in Ersatzung zu verankern.
00:15:08: Dies führt letztlich dazu, dass sich die Vereinsmitglieder auf grundlegende Werte einigen, die ihnen wichtig sind.
00:15:13: Dann stehen die Menschen zusammen.
00:15:16: Und wenn jemand gegen diese Werte verstößt hat er für eine rechtliche Grundlage umzuhandeln.
00:15:21: Wer die eigenen Werte in Ersetzung verankert hat muss nicht improvisieren!
00:15:25: Er kann handeln.
00:15:26: Es gibt dann noch weitere Veränderungen.
00:15:27: ich will nicht darauf eingehen aber es gibt Veränderung.
00:15:29: die Wirkung haben weit über Grottelzeiminaus, weit über zwanzigvierundzwanzig hinaus Und wir ledderbar, deswegen sage ich das alles fast so zusammen.
00:15:38: Das war unser Fuß in der Tür um aktiv zu
00:15:40: werden.".
00:15:41: Also sie meint damit den Zeitungsartikel als Touröffner.
00:16:03: Das Gespräch wurde dann in der WZ veröffentlicht und hat weitere Aufmerksamkeit erzeugt.
00:16:08: Die Zeitung schreibt, die Netzwerke werden aktiviert und Formate entstehen – das Thema gewinnt am Breite und Tiefe.
00:16:15: Und am Anfang stand ein Hinweis an die Redaktion.
00:16:17: Im Ende steht eine veränderte Ausbildungsstruktur im regionalen Sport.
00:16:24: Ich möchte jetzt auch mal die andere Seite zu Wort kommen lassen, die Menschen, die die WZ lesen und die uns gesagt haben was sie davon haben.
00:16:30: Zwölf Leserinnen und Leser aus dem Wallecker Land haben der WLZ letzte Woche Antwort gegeben auf die Frage, was bedeutet Lokaljournalismus für dich?
00:16:39: Kurt Gottmann, Polizeibeamter im Ruhestand aus Lütersheim.
00:16:42: Der schaut seit einigen Jahren keine Nachrichten mehr im Fernsehen aber die Heiberzeitung liest er intensiv jeden Tag.
00:16:48: Er will wie er sagt über die regionalen Dinge gut informiert sein.
00:16:52: Bernd Zimmermann, Schreunermeister aus Enringhausen sitzt Lokal-Journalismus gleich mit demokratischer Teilhabe.
00:16:59: Demokratie fängt im Kleinen an und sagt er bei uns im Dorf.
00:17:02: das funktioniert nur wenn alle vernünftig miteinander umgehen, miteinander reden und zuhören.
00:17:07: Dabei kann die Lokalzeitung
00:17:09: helfen.".
00:17:11: Julia Beckerfolge, Lehrerin Usseln bringt mir Gedanken ein, den ich gut finde – Echtheit statt Algorithmus sagt sie.
00:17:18: Während soziale Netzwerke oft verzerren zeigt uns die Lokale Zeitung das ehrliche Engagement und die relevanten Themen unserer Region.
00:17:25: Diese wertschätzende Blick ist gerade für nächste Generation entscheidend, sagt sie.
00:17:30: Astrid Unziger aus Brauner sagt der Lokaljournalismus seinen wichtiger Bestandteil in ihrem Leben.
00:17:35: Dann fühlt sie noch einen Satz hinzu, über den ich mich gefreut habe.
00:17:39: Ich mag neben der digitalen Ausgabe der WLZ auf dem wöchentlichen Podcast dann Gastrit und zuletzt nach zwei Stimmen die mir noch aufgefallen sind.
00:17:48: Er mit Weber lebt in Gollitzheim also genau in dem Ort der heute Mittelpunkt dieser Folge steht.
00:17:53: für sie bedeuten Lokal Journalismus Teilnahme am Leben in der Region und ein unverzichtbarer Einstieg in den Wochentag eigene lokale Aktivitäten bekannt machen zu können und dank der Begleitung durch die Presse entsprechende Berichterstattung zu bekommen.
00:18:09: Sie weiß, wovon sie spricht!
00:18:11: Der Klass schrieß sich.
00:18:13: Hier auch im Röse.
00:18:14: kaufmische Angestellte aus Renegge bringt es so auf den Punkt.
00:18:18: Lokaljournalismus ermöglicht ihm verlässliche Informationen über das Geschehen in seiner unmittelbaren Umgebung zu erhalten und aktiv an den Entwicklungen in der Region teilhaben zu können.
00:18:27: Er schafft Transparenz über lokalere Ereignisse gesellschaftliche Debatten und Entscheidungen.
00:18:32: Transparens Das Wort kommt nicht aus Marketing.
00:18:35: Es beschreibt eine Funktion, eine für die jemand arbeiten muss.
00:18:46: Okay ich möchte jetzt über was sprechen Über die Bedingung unter denen das alles passiert.
00:18:52: Heike Sauere ist Redakteurin bei der WZ.
00:18:55: Letzte Woche war sie in Wechseln im nördlichen Waldekerland.
00:18:57: Sie hat den Landwirt Herrmann-Kühnemund auf seinem Acker besucht und wollte dort Grundschüler Kartoffeln legen.
00:19:04: Kein überregionales Medium bringt diesen Termin Aber in Wechsen zählt er Für die Eltern, für den Bauern.
00:19:10: Für die Schule – für alle, die wissen wollen was in ihrer Gemeinde passiert.
00:19:15: Das ist Lokaljournalismus.
00:19:17: Es ist nicht immer der große Enthüllungsartikel auf der Weg von Arols nach Wechseln Ein Gespräch auf dem Acker eine Geschichte die morgen in der Zeitung steht und jemanden in Wechsel beim Frühstück lachen lässt weil er sein Dorf drin vorkommen sieht.
00:19:33: das kostet.
00:19:35: es kostet den Abend, des kostet die Zeit, den Weg Und es kostet manchmal die Überzeugung, dass das wichtig ist.
00:19:40: Auch wenn kein Algorithmus das bestätigt.
00:19:44: Unter dieser Stelle möchte ich einen kleinen Umweg machen – ein kurzen, aber ich glaube notwendigen.
00:19:50: Es gibt nämlich ein bekanntes Beispiel aus der Wirtschaftsgeschichte.
00:19:54: Dual kennst du vielleicht?
00:19:56: Das Unternehmen aus St.
00:19:57: Georgien-Schwarzwald gegründet war als Gebrüder Steidinger in den neunzehnten siebziger Jahren der weltgrößte Hersteller vom Plattenspiel an bis zu sechstausend Exemplare täglich.
00:20:08: CEO Edgar Steiliger beschrieb das Unternehmen damals so, vom Abstandsbolzen bis zum Kunststoffteil machen wir alles selbst.
00:20:16: Perfekte Technik in perfektionär gestellt im Schwarzwald.
00:20:22: und dann kam die CD.
00:20:25: Und Dual hatte keine Antwort nicht weil das Unternehmen schlecht geführt war sondern weil es die falsche Fragen gestellt hatte.
00:20:33: Dual dachte es sei im Plattenspieler Geschäft Und in Wirklichkeit war es im Geschäft mit dem Hörerlebnis, mit dem Genuss von Musik.
00:20:39: Mit dem was Menschen wirklich wollen.
00:20:41: Unabhängig von der Technik die das ermöglicht.
00:20:44: Der amerikanische Ökonom Theodor Leavitt hat dieses Denkmuster an den berühmten Aufsatz in der Harvard Business Review beschrieben.
00:20:52: Er nannte es Marketing Myopia Marketing Kurzichtigkeit.
00:20:57: und er hat ein klassisches Beispiel Die amerikanischen Eisenbahngesellschaften glaubten sie seien im Eisenbahngeschäft.
00:21:04: In Wirklichkeit Waren Sie im Transportgeschäft?
00:21:06: Als Autos und Flugzeuge kamen, hatten sie keine Antwort.
00:21:11: Was hat das jetzt mit Lokaljournalismus zu tun?
00:21:15: Irgendwie alles!
00:21:16: Eine Zeitung die denkt, sie verkauft bedrucktes Papier ist dual.
00:21:19: Eine Redaktion die denkt ihr Produkt ist der Artikel verkennt ein bisschen was sie wirklich macht.
00:21:26: Was Menschen von einem Lokalmedium wollen lässt sich gut mit Abram Maslow erklären.
00:21:31: Der amerikanische Psychologe hat in den vierziger Jahren eine Hierarchie menschlicher Bedürfnisse beschrieben, die bis heute gilt.
00:21:38: Ganz unten Grundbedürfnisse wie Essen und Schlaf In der Mitte Sicherheit Darüber dann Zugehörigkeit und soziale Einbindung Und noch höher Anerkennung.
00:21:48: und an der Spitze Selbstverwirklichung.
00:21:52: Lokaljournalismus sitzt nicht ganz unten Er sitzt eher ein bisschen oben.
00:21:57: Er gibt Orientierung Denn wer nicht weiß was in der eigenen Gemeinde entschieden wird kann dort auch nicht mitentscheiden.
00:22:03: Wer nicht weiß, was auf dem Acker des Nachbarn passiert, weiß nicht, was ihn als Nächstes betrifft.
00:22:08: Orientierung ist die Voraussetzung für Handlungsfähigkeit.
00:22:13: Er schafft Zugehörigkeit.
00:22:14: Ingevika aus Bad Arlesen hat das ja so beschrieben.
00:22:16: Locatialismus bedeutet für sie ein gutes Stück Heimat.
00:22:20: Wenn Sie morgens die Zeitung aufschlägt seht ihr vertraute Gesichter und findet Neuigkeiten aus ihrer Stadt.
00:22:25: Verbundenheit mit der eigenen Region ist ein reales menschliches Bedürfnis.
00:22:29: Kein Heimatgefühl aus den Bildkalender sondern das Gefühl, ich gehöre dazu.
00:22:34: Ich weiß was hier
00:22:34: passiert.".
00:22:36: Und Lokaljournalismus ermöglicht Selbstwerksamkeit.
00:22:39: Ben Zippermann aus Elleringhausen hat es mit dem Satz zusammengefasst.
00:22:42: Demokratie fängt im Kleinen an – bei uns im Dorf.
00:22:46: Wenn ich weiß, was beschlossen wurde kann ich mithreden.
00:22:49: Wenn nicht mithreten kann zieht sich zurück und wo Menschen sich zurückziehen, füllen andere den Raum.
00:22:56: Das Produkt einer Lokalzeitung ist also nicht als Papier Es ist vielleicht sogar nicht nur mal der Artikel.
00:23:02: Es ist die Zugehörigkeit, es ist Orientierung und es ist Teilhaben.
00:23:07: Und wer das versteht, der versteht auch vom Lokaljournalismus keine Nischendienstleistung ist sondern demokratische Infrastruktur.
00:23:16: Wer das verstehe, der versteht auch die Konsequenz Wenn das Produkt zugehörigkeitet ist dann muss sich die Menschen dort erreichen wo sie sind nicht dort wo ich es gewohnt bin.
00:23:27: Die WLZ ist heute kein Zeitungsverlag mehr im klassischen Sinne.
00:23:31: Sie sind ein Mehrkanalbetrieb.
00:23:32: Die gedruckte Zeitung erscheint täglich, sie ist nach wie vor das Herzstück tief und verlässlich geprüft und archivierbar.
00:23:39: Auf WZonline.de erscheinen Meldungen rund um die Uhr Das ePaper bringt die selber Ausgabe auf den Bildschirm Und auf Facebook Instagram und TikTok versuchen wir auch Menschen zu erreichen, die keine Zeitung mehr abonnieren Besonders diejenigen haben.
00:23:52: Und seit fast einem Jahr gibt es jetzt diesen Podcast – die Lokalrunde Alles aus demselben Gedanken Aber es ist ein Spannungsfeld Denn jedes dieser Kanäle hat seine eigene Logik.
00:24:04: Die gedruckte Zeitung gibt Raum für Tiefe, für den Artikel der erklärt warum etwas so ist – nicht nur das es so ist.
00:24:11: WZ Online muss schnell sein!
00:24:12: Social Media belohnt Emotionen und Kürze Tiktok belohnte Unterhaltungen Und ein Podcast wie dieser lebt davon dass jemand vierzig Minuten zu hört freiwillig konzentriert ohne Ablenkung.
00:24:24: Das Problem diese Logiken widersprechen sich manchmal.
00:24:27: Wer jeden Tag TikTok-Inhalte optimiert, läuft irgendwann Gefahr das zu tun was du all getan hat.
00:24:32: Sich so sehr auf das Medium zu konzentrieren dass er vergisst was er eigentlich liefern will.
00:24:38: Reichweite ohne Inhalte ist vollkommen leer.
00:24:40: Wertvoll wird sie nur wenn dahin etwas steht dass dem Maslobedürfnissen gerecht wird.
00:24:45: Zügehörigkeit Orientierung und Teilhabe Julia Becker Volker aus Usseln hat es finde ich auf den Punkt gebracht Echtheit statt Algorithmus.
00:24:55: Das gilt für die Zeitung Es gilt für Instagram Und es gilt für diesen Podcast.
00:25:01: Der Kanal ist nicht das Produkt, der Kanal ist der Weg, das Produkt bleibt immer dasselbe und hinter diesem Produkt stehen Menschen die das gelernt haben.
00:25:10: in der Korbacher Lokalredaktion bilden wir gerade drei Volontärinnen und Volontäre aus.
00:25:14: Das ist eine bewusste Entscheidung und eine Investition in die Frage wer macht diesen Job in zehn oder zwanzig Jahren?
00:25:21: Der Beruf des Journalisten ist in Deutschland frei.
00:25:23: Zurecht Jeder darf sich Journalist nennen, das ist ein Ausdruck der Pressefreiheit und ich verteidige das ohne Einschränkung.
00:25:30: Und Journalismus ist auch Handwerk – und Handwerk lernt man!
00:25:34: Gut schreibt zu können, ist der Anfang nicht das Ende?
00:25:38: Es geht darum Nachrichtenwerte zu kennen, zu wissen was eine Geschichte zur Geschichte macht.
00:25:42: Es geht um Strukturen wie man einen Artikel aufbaut damit ein Leser versteht, was er verstehen muss.
00:25:47: es geht um Recherche.
00:25:48: Nicht um durchs Übernehmen von Pressemitteilungen sondern um das Nachfragen das Einordnen und das Zweifel.
00:25:55: Und es geht im Respekt vor dem Leser.
00:25:57: Der Leser hat seine Zeit investiert, so wie du als Hörer gerade.
00:26:03: Diese Zeit ist nicht zurückzuholen.
00:26:06: Ich glaube ich spreche für die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen wenn ich sage wir brennen für diesen Beruf Nicht weil er bequem ist sondern weil er bedeutsam ist Weil er täglich die Frage stellt was müssen die Menschen hier wissen?
00:26:19: Und weil der Antwort darauf jeden Tag eine andere ist.
00:26:23: Das ist der Unterschied zwischen jemanden der schreibt der Journalismus macht.
00:26:29: Und jetzt, wo ich das sage – noch eine ehrliche Einschränkung!
00:26:31: Ich wollte nicht rumlabbern.
00:26:32: Nicht jedes Thema interessiert jeden.
00:26:34: Das wäre gelogen.
00:26:35: Manchmal endet die Aufmerksamkeit schon am Dorfrand.
00:26:38: Ein Bericht über eine Satzungsänderung in Lichtenfelds ist auch in der WLZ ein Nischenthema.
00:26:44: Wer dort keine verwandten hat blättert weiter.
00:26:47: Aber das ist kein Fehler, das ist das Prinzip.
00:26:50: Lokal Journalismus ist genau dann wertvoll wenn er spezifisch ist.
00:26:55: Wer in Lichtenfeld sagen wir, in Gottlzeheim wohnt will wissen was beim Dorfverein beschlossen wurde.
00:27:00: Wer infrexen lebt, will sehen dass er eine Grundschule in der Zeitung vorkommt.
00:27:04: Diese Geschichten erscheinen nirgendwo sonst.
00:27:05: kein Algorithmus sucht sie, kein überregionales Medium bringt sie nur wir.
00:27:10: Genau diese Spezifik ist der Wert.
00:27:15: nicht trotzdem sondern deswegen sozusagen und an dieser Stelle möchte ich auch über Bürgerjournalismus sprechen denn die Frage ist berechtigt Braucht es uns überhaupt noch?
00:27:27: Heute fotografiert jeder mit dem Smartphone.
00:27:29: Jedes Dorf hat eine WhatsApp-Gruppe und auf Facebook berichten Augenzeugen schneller als jede Reaktion.
00:27:34: Ja, das stimmt!
00:27:36: Bürgerjournalismus hat echten Wert – er ist schnell, er ist nahe... Er sieht Dinge die kein Redakteur sehen kann außer er war gerade zufällig dabei.
00:27:45: Viele unserer besten Geschichten beginnen mitten im Hinweis aus der Leserschaft.
00:27:49: Diesem Podcast gibt es weil Menschen mir schreiben und sagen da ist was das erzählt werden muss.
00:27:55: Das ist es jetzt wieder
00:27:56: passiert.".
00:27:57: Das ist Bürgerjournalismus als Impuls, als Türöffner genau wie über Letter Bart es beschrieben hat.
00:28:04: Aber Bürgerjournalismus ersetzt professionellen Journalismus nicht.
00:28:08: und das sage ich jetzt nicht mit Herablassung Weil Nachrichtenwerte sind kein Instinkt sondern Handwerk weil Recherche mehr ist als eine Beobachtung, weil Einordnung Wissen voraussetzt dass man sich über Jahre erarbeitet Und weil ein Augenzeuge beschreibt was er sieht und Journalist fragt warum es so ist und was es bedeutet.
00:28:27: Die Bots-App Gruppe im Dorf sagt, ihr brennt es!
00:28:31: Die Zeitung sagt, warum brennet's?
00:28:33: Wer hat die Verantwortung um was passiert jetzt?
00:28:37: Beide Fragen braucht man aber es sind nicht dieselben Fragen.
00:28:41: Damit bin ich mit einem Punkt über den wir ganz offen sprechen müssen, über Fehler.
00:28:48: Wir machen Fehler tatsächliche Fehler falsche Zahlen, falsche Namen, falscher Zusammenhänge.
00:28:52: Wenn das passiert veröffentlichen wie die Korrektur offen klar benannt in der Zeitung.
00:28:58: Das gehört zur Glaubwürdigkeit des Handwerks und ich habe es erst jetzt im Podcast hier gemacht.
00:29:04: Andere Posaun-Unwahrheiten in die Welt, in sozialen Netzwerken, Telegram Gruppen auf selbstseits ohne Impression lassen sie dann einfach stehen.
00:29:11: diese Unwahrheit.
00:29:12: Keine Korrektur keine Einordnung keine Verantwortung das ist der Unterschied zwischen jemandem der Journalismus macht und jemandem Der Behauptungen verbreitet.
00:29:22: Und dann die Selbstkritik die ich mir und den nicht ersparen will.
00:29:26: Der Redaktionsalltag ist nicht immer das, was man sich so wünscht.
00:29:29: Manchmal ist ein Artikel zu oberflächlich weil die Zeit fehlte.
00:29:32: manchmal geht eine Geschichte unter weil fünf andere gleichzeitig fertig sein müssen.
00:29:37: Manchmal gibt es Verlegenheitslösungen wenn Termin ausfällt und trotzdem die Seite gefüllt werden muss.
00:29:42: Das ist die Wahrheit.
00:29:43: aber jeden Tag ist die Zeit am voll mit echten Geschichten aus dem Wahleckerland von Redakteuren oder Redakteurinnen die hier leben, die ihr Quellen kennen, die wissen wo Grodelsheim liegt und wo was der TSV als nächste spielt.
00:29:56: Gintag Und die Zukunft?
00:30:01: Die macht mir keine Angst, aber sie wird uns herausfordern.
00:30:05: Fake News Propaganda von rechts um von links Algorithmisch verstärkte falsche Information.
00:30:10: In diesem Umfeld wird die Aufgabe des Lokaljournalismus nicht kleiner.
00:30:13: Sie wird größer.
00:30:15: Gerade weil das Misstrauen gegenüber Medien steigt braucht es Menschen die vor Ort bekannt sind die man ansprechen kann die Namen haben und auch dazu stehen.
00:30:25: Der einzelne Journalist wird wichtiger.
00:30:28: Der Verlag bleibt als Marker und die Person, die im Ort bekannt ist, baut das Vertrauen mit auf.
00:30:34: Nahr dran an Menschen egal mit welcher Technik, egal mit welche Kanal.
00:30:39: Das war das Prinzip der Korbara Zeitung im Jahr jahrelang und es soll auch unser Prinzip bleiben.
00:30:45: Vertrauen muss man sich erarbeiten.
00:30:48: Es entsteht nicht durch einen Marker, nicht durch ein Logo und nicht durch eine Dachzeile.
00:30:52: Es entstehelt durch Menschen.
00:30:53: Durch die Person die anruft, die nachfragt und die wiederkommt, die sich errt.
00:30:59: Und die sich korrigiert, die auch dann vor Ort ist wenn kein Aufmacher daraus wird.
00:31:04: In der Welt aus digitalen Schrei-Helden aus KI generierten Texten und Deepfake Videos, die kaum noch von echten zu unterscheiden sind, wird vertrauen zur knapsenden Ressource im Informationsraum.
00:31:15: Algorithmen können viele Dinge.
00:31:17: Vertrauen aufbauen können sie vielleicht nicht.
00:31:21: Was bleibt?
00:31:22: Sind Menschen Redakteuren und Redakteure Die ihren Namen unter einem Artikel stehen haben die man auf der Straße ansprechen kann und das passiert auch.
00:31:31: Die in derselben Region leben, aus der sie berichten und die dafür gerade stehen was sie schreiben.
00:31:36: Das ist die eigentliche Währung des Lokaljournalismus Ja?
00:31:40: Auch die Auflage, auch die Klickzahl aber eben auch das Vertrauen der Menschen hier leben.
00:31:45: Und das Vertrauen ist nicht selbstverständlich.
00:31:47: habe schon gesagt es kann verspielt werden durch Fehler Durch Einseitigkeit durch Bequemlichkeit.
00:31:52: Deswegen ist Fehlerkultur kein optionales Extra.
00:31:55: Deshalb brennt man für diesen Beruf oder molestes, weil man weiß dass Menschen sich auf das verlassen was man schreibt.
00:32:03: Damit komme ich jetzt nochmal zur eigentlichen Frage und ich formuliere es mal etwas um.
00:32:06: nicht was kostet Lokaljournalismus sondern was kostelt sein Fehlen?
00:32:12: Ich nenne dir mal konkrete Befunde wo lokale Berichterstattung verschwindet sinkt die Wahlbeteiligung.
00:32:17: Das belegen Studien aus den USA wo in den vergangenen zwanzig Jahren mehr als drei tausend Lokalzeitungen gelassen haben Drei Tausend Und in denen die folgen messbar sind Mehr unentdeckte Korruption auf kommunaler Ebene, höhere Kreditkosten für Städte weil niemand mir die Haushaltsentscheidung kritisch begleitet.
00:32:34: stärkere Polarisierung weil der gemeinsame Infokationsraum fehlt.
00:32:39: Die Handig-Böldstipfung fasst das wir Deutschlands so zusammen.
00:32:43: Vielfältiger Lokaljournalismus kann gesellschaftlich Polarisierungen verringern.
00:32:47: Er schafft Transparenz, deckt möglichst fehlverhalten durch Wirtschaft und Politik auf, stärkt das Gemeinschaftsgefühl und führt zu einer höheren Wahlbeteiligung sowie mehr gesellschaftlichen Engagement.
00:32:57: Das ist die Positivformulierung.
00:33:00: Die Negativ-Formulierung lautet, wo er fehlt passiert das Gegenteil.
00:33:04: Die USA sind kein Spiegel der nichts mit uns zu tun hat.
00:33:08: im Wallecker Land hat die WLZ berichtet über den Disco Abend in Gordelsheim.
00:33:12: Was wäre wenn sie es nicht getan hätte?
00:33:16: Violetta Bart hat gesagt dass war der Fuß in der Tür.
00:33:19: Kein Fuß keine Tür keine Checkliste keine Expertenvorträge keine Schluss des Sportkreises.
00:33:27: Der Vorfall wäre in Dorfgesprächen versickert und vergessen worden.
00:33:31: Strafrechtlich war ohnehin nichts zu holen, die Täter wurden nicht ermittelt.
00:33:34: Das ist wichtig zu sagen damit kein falsches Bild entsteht.
00:33:38: Journalismus ist ja auch keine Strafverfolgung.
00:33:39: Er kann keinen Staatsanwalt ersetzen das will auch keiner.
00:33:42: Was er kann?
00:33:43: Er kann Dinge sichtbar machen die sonst verschwinden würden.
00:33:46: Er kann Netzwerke aktivieren Er kann dafür sorgen dass ein Ereignis nicht einfach vergessen wird sondern Folgen hat.
00:33:52: Gesellschaftliche Folgen wenn die rechtlichen ausbreiten Ist eine Funktion.
00:33:59: Nicht Drache, nicht Urteil sondern Öffentlichkeit.
00:34:04: Noch einmal zu uns Die VZ ist ja kein irrationales Medienwunder.
00:34:07: Sie sind unternehmen das Erlöse braucht um Journalismus zu finanzieren und auch hier gelten einfach die wirtschaftlichen Relatierten.
00:34:15: Die Ressourcen sind begrenzt.
00:34:16: Das ist die ehrliche Ausgangslage.
00:34:17: Dieser Podcast ist das beste Beispiel.
00:34:20: Ich produziere ihn allein zusätzlich zum Redaktionseintag.
00:34:24: Kein Budget keinen Produktionsteam in Mikro und eine Überzeugung, dass die Themen die Walik bewegen es wertsintief behandelt zu werden.
00:34:32: Und die Redaktion unterstützt das – und die Geschäftsführungen auch.
00:34:35: Danke dafür!
00:34:36: Das sage ich ja nicht um Mitleid zu erzeugen.
00:34:37: Ich sage es weil es zeigt, Lokaljournalismus ist oft keine Entscheidung von Verlagen allein.
00:34:42: Es ist eine Entscheidung für Menschen, die ihn machen.
00:34:44: Die sagen Ja, das ist mir Wert.
00:34:48: Und es lebt auch davon, dass sie Menschen, denen hören oder lesen das Sagen.
00:34:52: Julia Becker-Folke, die Lehre aus Usseln hat den entscheidenden Kontrast benannt.
00:34:56: Echtheit statt Algorithmus.
00:34:58: Ein Algorithmus optimiert auf Aufmerksamkeit, er zeigt was jemand hören will.
00:35:04: Eine Lokalredaktion optimiert hoffentlich... ...auf Wahrheit!
00:35:09: Auf das, was jemand wissen sollte und das ist wirklich nicht dasselbe.
00:35:14: Der Algorithmos wird in den Disco ab dem Groddelsheim nicht aufgegriffen.
00:35:18: Nicht weil er es nicht könnte sondern weil kein Algorithms Interesse daran hat was im Wallekerland passiert.
00:35:23: einfach so Er hat gar kein Interesse, er funktioniert einfach.
00:35:28: Eine Lokalektion hat ein Interesse.
00:35:31: Sie hat eine Agenda und das ist die Region – das kostet.
00:35:35: Aber die BLM-Studie beschreibt den Gegenwert in konkreten Zahlen.
00:35:39: Wer täglich lokale Medien nutzt fühlt sich stärker mit seiner Region verbunden, engagiert sich aktiver und vertraut Institutionen mehr.
00:35:47: Gesellschaftliches Kapital dass sich aufbaut oder eben nicht aufbohrt.
00:35:51: wenn jemand mir hinschaut Helena Heider hat in diesem Zusammenhang das Wort verwendet, dass Medienwissenschaftler für die Presse reservieren.
00:35:59: Vierte Gewalt.
00:36:00: Legislative, Exekutive, Judikative und dann die Pressee, die alle drei beobachtet.
00:36:07: Vierte Gewalt ist ein großes Wort für eine Mehrzweckhalle in Gottsheim Und doch fängt es vielleicht genau dort an Im Konkret In dem Moment, in dem jemand sagt Das muss aufgeschrieben werden Auch wenn es niemand bestellt hat auch wenn es keine Klicks bringt.
00:36:24: Das ist die Haltung, die Lokaljournalismus von Content unterscheidet.
00:36:28: Content entsteht weil jemand ihn haben will.
00:36:31: Journalismus entsteht, weil jemand ihnen braucht.
00:36:35: Das ist eine Entscheidung und die treffen wir jeden Tag neu!
00:36:44: Okay, jetzt kommen wir mal zum Abschluss dieses Teils.
00:36:47: Das Netzwerk für Toleranz plant weitere Veranstaltungen für Vereinem Wallekarland.
00:36:51: Die Checkliste liegt weiter aus, der Sportkreis aber daran Exzermismusprävention dauerhaft in die Übungsleiterausbildung zu integrieren.
00:36:59: Da ist noch nichts zu Ende – es ist ein Prozess der vor zwei Jahren in einer Mehrzweckhalle begann mit Parole, die niemand hätte tolerieren sollen und er heute noch andauert weil jemand hingeschaut hat.
00:37:09: Ich will die fünftigste Folge der Lokalrunde mit einem ehrlichen Satz beenden!
00:37:21: Unsere hoffentlich wird es schaffen.
00:37:22: Was ich weiß, der Bedarf ist da!
00:37:26: Du hörst zu Menschen aus Lütersheim, Elleringhausen Aus Bergfreiheit, aus Usseln, aus Braunau und Gottsheim schalten ein und sagen Das interessiert mich das ist meine Region.
00:37:36: Wenn Zimmermann aus Elleringhausen hat geschrieben Demokratie fängt im Kleinen an bei uns im Dorf.
00:37:41: Das gilt für die Demokratie Und das gilt für den Journalismus der sie begleitet.
00:37:47: Jede Bewertung jedes Abo jede weitere Empfehlung zeigt Dieser Dienst wird gebraucht.
00:37:53: Deswegen abonnier doch mal die Lokalrunde Und wenn du eine Geschichte hast, die erzählt werden sollte schreib mir und meinen Kollegen.
00:38:00: Die Kontaktdaten kommen Und ich würde mal sagen herzlichen Glückwunsch zum hundertneinzehnten Geburtstag liebe Waldstandeszeitung Und danke für fünfzig Lokalrunden.
00:38:15: Ich lasse dich nicht aus dieser Folge ohne gute Nachricht Und die kommt diesmal aus Heiner.
00:38:20: Wie das?
00:38:21: Heiner hat einen neuen Klinikbau für die Erwachsenepsychiatrie eröffnet.
00:38:24: Siebzehn Millionen Euro.
00:38:26: Planungsstaat war zwei Jahrzehnte im Bautrag zwanzig zweiundzwanzig, Bauzeit sechzehn Monate.
00:38:31: In den neun vier Stationen werden künftig vor allen Dingen Menschen mit Demenzerkaukung und Störung des Intelligenzentwicklungen behandelt Patientengruppen die besonders auf barrierefreie ruhige und übersichtliche Umgebungen angewiesen sind.
00:38:42: bisher waren sie im alten Mutterhaus untergebrocht das dafür schlicht nicht gebaut wurde.
00:38:48: Zu einer Ordnung kurz, Vitos.
00:38:49: Heiner ist mit fifteen Hundert Mitarbeitenden der größte Arbeitgeber in Wallich-Frankenberg.
00:38:53: Mit ambulanten und teilstationären Angeboten auch im Korbach und Bad Wildung.
00:38:57: Und es gab eine Zeit, in der dieser Standout zur Debatte stand.
00:39:00: Vitos hatte zwischenseitig geplant die Psychiatrie nach Frankenberg in den Süden ans Kreiskrankenhaus zu verlegen.
00:39:07: Der Plan wurde verworfen und Heiner bleibt – siebzehn Millionen Euro sind jetzt ne Antwort darauf!
00:39:13: Dass also in der strukturschwachen ländlichen Region im psychiatrischen Versorgung investiert wird Das finde ich mal eine gute Nachricht.
00:39:22: Kommen wir zum Feedback und in dieser Folge gibt es gleich drei Rückmeldungen, alle zur letzten Folge über den Immobilienmarkt im Valica-Land.
00:39:34: Frank Mause, er ist Amtsleiter hat mir geschrieben das ihm gut gefallen hat wie von einem vielen als nüchtern ein geschätzten Thema für die Hörerinnenhörer wie ich's aufbereitet habe und er hofft dass die Folge auch von lokalen Entscheidern gehört wird weil Die nackten Zahlen sollten die Basis für Entscheidungen sein, nicht populäre Meinungen hören sagen oder Wunsch denken.
00:39:54: Vor allem diesen Satz unterschreibe ich gerne Danke.
00:39:58: Angelika Biederback aus Massenhause hat mir geschrieben und dabei auch gleichen Themenvorschlag mitgebracht.
00:40:04: Sie ist im Vorstand des Punktbad Aarolsen psychosoziale Einrichtung für Menschen in seelischen Notlagen Und ich sage das nur weil es eben darum ging Kontakt zu den Menschen.
00:40:13: Lieber Angelika Ich nehme das Thema mit und danke für den Hinweis.
00:40:18: Und Claudia Hummel schreibt mir aus Nordkirchen.
00:40:20: Sie ist Ortsvorstehender dort, beim Hören der Immobilienfolge hat sie sofort an ihren Ort gedacht.
00:40:26: NordkIRCHEN hat laut einer Landementur eine überdurchschnittlich hohe Leerstandskwote und Claudia beschreibt präzise warum.
00:40:33: nicht weil niemand auf dem Dorf wohnen will sondern weil alte Gebäude nur mit enorm finanziellen und bürokratischen Aufwand saniert werden können und weil viele Eigentümer irgendwann aufgeben.
00:40:43: das geht weit über Nordkürchen hinaus.
00:40:46: Ich habe das sehr genau gelesen.
00:40:47: Dankeschön!
00:41:19: Wer mir schreibt, kann mit seiner Nachricht auch als Leserbrief in der wahlischen Landeszeitung erscheinen.
00:41:23: Natürlich nur wenn du das möchtest – sagen wir bitte, wenn es nicht möchtes die Infos findest du in den Shownotes.
00:41:29: Wenn dir die Folge gefallen hat, abonniert doch ganz schnell und einfach die Lokalrunde Und wenn ihr mehr helfen möchtet, mehr Wallecker und die, die sich für die Regionen interessieren zu erreichen dann empfehle dem Podcast bitte weiter und bewerte ihn auf Spotify und YouTube usw.
00:41:44: Neue Episoden kommen immer Dienstags.
00:41:46: Alle Infos zu dieser Folge findest du auf www.wlz-online.de.
00:41:50: slash Podcast Bis nächste Woche mit den Themen die Walik bewegen Dein Dennis Schmidt.
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