#052: Vom Blumenchrist, Tauben und goldenen Hämmern – Wie Waldecker Ihre Sagen retten
Shownotes
Im Waldecker Land werden seit Jahrhunderten Geschichten erzählt — über eine Burgherrin, die mit einer Botentaube ihre Burg rettete, über einen Fremden, der den Glocken von St. Nikolai in Korbach ihren Klang schenkte, und über den letzten Sonderling Korbachs. Drei Menschen aus Korbach und Nordenbeck tragen diese Sagen noch heute — und erzählen sie in dieser Folge selbst. Warum überleben manche Geschichten Jahrhunderte, und was passiert, wenn niemand mehr erzählt?
Das Thema im Fokus:
Harald Rösler erinnert an den „Blumenchrist": „Der letzte Sonderling Corbachs" Sabine Syllwasschy und die Glocken von St. Nikolai: „Auf die innere Stärke kommt es an" Willi Göbel erzählt die Taube und die Eichensaat von Nordenbeck: „Die Taube von Nordenbeck"
Die gute Nachricht:
Ausstellung „Fantastische Wesen" im Wolfgang-Bonhage-Museum Korbach (bis 14. Juni): Zur Ausstellung
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Transkript anzeigen
00:00:00: Wilhelm Walcker hat sein Leben lang auf dem guten Nordenbeck gewohnt als Schäfer.
00:00:05: Und abends, wenn die Arbeit getan war setzten sich die Menschen vor die Häuser auf die Bank.
00:00:11: kein Fernsehen, kein Radio nur der Abend.
00:00:13: und die Nachbarn.
00:00:15: Die Stimme derer wussten was auf diesem Turm mal passiert ist Auf dieser Burg oder in diesen Wäldern.
00:00:23: Willi Göbel aus Norden beck hat da sehr genau zugehört.
00:00:27: heute ist Göbel derjenige der erzählt.
00:00:31: Seit einigen Wochen läuft in der WEZ die Serie Waldecker-Mythen und Sagen.
00:00:35: Und seitdem erreichen uns Nachrichten von Menschen, denen diese Geschichten wirklich wichtig sind.
00:00:40: wie sagen ich kenne das?
00:00:42: Ich habe das als Kind gehört und ich will nicht dass das vergessen wird.
00:00:46: Und diese Sorge nehmen wir sehr ernst!
00:00:49: Ich glaube aber sie werden kleine Stückchen widerlegt von genau dem Menschen die zu uns kommen um ihre Geschichten zu erzielen.
00:00:56: heute hörst du in dieser Folge vier davon direkt von drei Menschen, die sie kennen und tragen.
00:01:02: Viel Spaß!
00:01:33: mit dem Fremden, der den Glocken von St.
00:01:35: Nikola ihren Klang geschenkt hat und zwei Frauen auf einem Turm in Nordenbeck die klüger waren als alle Männer, mit denen sie es zu tun hatten.
00:01:44: Drei Menschen haben mir die Geschichten erzählt.
00:01:46: Du hörst sie heute selbst.
00:01:48: Und außerdem gibt es noch eine gute Nachricht.
00:01:50: Die hat auch damit zu tun und sie kommt diesmal aus einem Museum.
00:01:54: Los geht's Von seinem Haus in Nordensbecks sieht Wille Göbel aus jeden Morgen dasselbe Den alten Turm...die Burg Die Kapelle.
00:02:21: Das ist kein Ausblick, den er irgendwann aufgehört hat wahrzunehmen.
00:02:24: Er schaut hin und er weiß an diesem Turm, an diesen Orten, da hängen eine Menge Geschichten dran.
00:02:30: Zwei davon hat er mir erzählt.
00:02:32: Göbel hat sie als Kind gehört von seinem Lehrer Konrad Krause in dem Klassenraum, in dem acht Jahr Gänge zusammen saßen.
00:02:40: Später hat Göbel selbst Vorträge gehalten, historische Rundgänge durch Norden weggeleitet, Gruppen empfangen die Geschichten aus dem Klessenraum.
00:02:46: Er gibt sie weiter Genauso wie Harald Röslein Korbach, der die Geschichten seiner Stadt von seinem Großvater hat.
00:02:54: Genauso als Salvini Silvaschi, die in der Nikolaj-Kirche getauft und konfirmiert wurde und die Sage über die Glocken von sein Nikolai seit Jahrzehnten mit sich trägt.
00:03:03: Diese drei Menschen kommen in dieser Folge zu Wort.
00:03:06: aber bevor wir zu ihren Geschichten kommen möchte ich über was sprechen das mich seit dem Start der WLZ Serie Waldecker Mythen und sagen beschäftigt.
00:03:15: Wir bekommen nämlich Nachrichten, viele von Leserinnen und Lesern die sagen danke dass ihr das macht.
00:03:20: Ich kenne diese Geschichten und ich habe Angst dass sie vergessen werden.
00:03:25: Und diese Sorge ist berechtigt wenn jemand mehr auf der Bank sitzt und erzählt Wenn kein Lehrer Krause mehr acht Jahr Gänge gleichzeitig unterrichtet und dabei nebenbei die Ortsgeschichte einpflicht dann sterben Geschichten.
00:03:38: Aber gleichzeitig Willi Göbel kommt zu uns Harald Rösler tipp Zeitungsartikel von um eine Geschichte zu bewahren.
00:03:46: Und Sabine Silvaschi trägt ne Sage weiter, seit sie ein Kind war.
00:03:51: Die zentrale Frage dieser Folge lautet deshalb warum überleben manche Geschichten Jahrhunderte und was hält sie im Wallecker Land am Leben?
00:04:05: Sagen Märchen mühten das klingt irgendwie alles nach demselben aber es gibt einen entscheidenden Unterschied den du kennen solltest.
00:04:13: deswegen fangen wir damit mal an.
00:04:15: Märchen beginnen mit... Es war einmal kein grunketer Ort keine konkrete Zeit, kein namentlich bekannter Mensch.
00:04:22: Rotkäppchen könnte – wenn es nicht im Berg Freiheit spielen würde – überall spielen von der Struktur her.
00:04:27: Rapunzel auch!
00:04:28: Die Geschichte ist universell und deshalb zeitlos aber auch ordnungslos.
00:04:33: Sagen spielen etwas anders.
00:04:35: Sie haben konkrete Orte echte Namen ein wahren Kern.
00:04:38: die Sage über den Turm in Nordenberg spielt auf Burg Nordenbeck nicht irgendwo.
00:04:42: Die handelnde Person hat einen Namen Mächthild von mir vier Münden Die Mythen.
00:04:49: Mythos kommt aus dem griechischen.
00:04:51: Es bedeutete ursprünglich mal Schlicht Erzählung, aber Mythen spielen auf einer anderen Ebene als sagende Märchen.
00:04:57: Sie stellen nämlich die großen Fragen Wie ist die Welt entstanden?
00:05:00: Warum gibt es das Böse?
00:05:01: Woher kommen wir?
00:05:03: Prometheus den dem Menschen das Feuer bringt Und dann Iktrasil der Weltenbaum der nordischen Überlieferung Geschichten in denen Götter handeln Urkräfte wirken Als die welt noch junges Mythen machen das unbegreifliche greifbar durch Bilder, durch Figuren an denen man sich festhalten kann.
00:05:21: Das unterscheidet also die drei als Grundlage – dass Märchen spielt irgendwann irgendwo, die Sage spielt hier auf dieser Burg mit diesem Namen und der Mythos spielt am Anfang der Welt oder irgendwie jenseits der Zeit.
00:05:34: Das hat Dr.
00:05:35: Hartmut Wecker so formuliert.
00:05:37: er ist Vorstandsvorsitzender der Bibliothek Bremen Stiftung in Wadaholsen eine Stiftungen deren Gründer Adolf Brehm Hunderte Märchen aus aller Welt zusammengetragen hat.
00:05:46: Und Dr.
00:05:46: Werke sagt, in der sage steckte Ort und er macht die Geschichte lebendig, weil man hinfahren kann, weil der Turm noch steht war die Glocken noch Leuten.
00:05:56: Das erklärt auch warum Sagen um Märchen ausgezeichnet Anfang des neunzehn Jahrhunderts so intensiv gesammelt wurden.
00:06:03: das heilige römische Reich ist nämlich gerade auseinandergebrochen.
00:06:06: Napoleon hat Europa neu geordnet.
00:06:09: was vorher politisch eine Einheit war ist weg Und in diesem Moment entsteht ein Bedürfnis.
00:06:15: Wenn wir politisch schon keine Einheit mehr sind, dann wollen wir irgendwie auf kultureller Ebene zumindest eine sein – der gemeinsame Identität!
00:06:24: Die Gebrüder Grimm, die hast du bestimmt schon mal gehört, reisen durch die deutschen Länder und schreiben auch was die Menschen abends erzählen.
00:06:31: Auch hier bei uns.
00:06:33: Nicht nur für Kinder, das ist ein weit verbreitetes Missverständnis... ...die ursprünglichen Fassung dieser Geschichten waren für Erwachsene….
00:06:40: Mord, Betrug Gewalt gehörten dazu.
00:06:43: Kindgerecht wurden sie erst später.
00:06:46: Auch im Wallecker Land hat diese Sammelbewegung Spuren hinterlassen, unter anderem durch den Bingenverlag – du kennst ihn vielleicht von der WLZ.
00:06:55: Da sind Bücher erschienen die Wallega-Geschichten und sagen festgehalten haben aber es gibt noch eine Menge mehr.
00:06:59: also man kann sagen es gibt nur Überlieferungstraditionen die die WLz gerade mit dieser Serie fortsetzt.
00:07:07: Drei Menschen aus dieser überlieferung tradition kommen in dieser Folge zu Wort.
00:07:12: Harald Rüßler ist seit Jahren Stadtführerin Korbach.
00:07:15: Die Geschichten seiner Stadt hat er oft von seinem Großvater gehört, eine davon handelt vor einem Mann der im neunzehn Jahrhundert so unverwechselbar war dass die Zeitung, die Korbacher Zeitung Vorläufer der WLZ sein Tod auf Seite dreimeldete.
00:07:30: Der Blumenkrist, der letzte Sondening Korbachs heißt es darin.
00:07:34: Sabine Silvaschi ist Stadtführer in Korbach und Interneke Leinkirche getauft worden.
00:07:39: Sie kennt eine Sage die erklärt warum die Glocken dieser Kirche so klingen, wie sie klingen.
00:07:45: Sie spielt von einem halben Jahrtausend und Sommergewitter ein rothaariger Fremder eingoldener Hammer.
00:07:51: Willi Göbel lebt in Nordenbeck und schaut täglich auf den alten Turmen.
00:07:55: Er hat mir zwei Geschichten erzählt.
00:07:56: Beide spielen auf dem selben Turm.
00:07:58: beide handeln von Frauen der Familie von Vier Münden beide aus Jahrhunderten in denen Frauen eigentlich nichts zu sagen hatten.
00:08:05: Du hörst jetzt gleich alle vier Geschichten und zwar ziemlich direkt.
00:08:15: Wir beginnen in Korbach mit Harald Rössler.
00:08:17: Rößler kennt die Geschichte des Blumenchrists bis ins Detail und er hat sie eigens aus der Zeitung von eighteenunddreinneunzig abgetippt, damit es ihn nicht verloren geht.
00:08:26: Christian Heine war am neunzehn Jahrhundert eine korbacher Legende.
00:08:31: Er wohnte im Kellern des Spukhauses.
00:08:33: Das ist ja schon Gebäude das für sich genommen bereits sagen umwoben ist.
00:08:37: Er holte sein Holz eigenhändig aus dem Wald, er trug Kleider in die er sich selbst Löcher geschnitten hatte und er hinterließ bei seinem Tod am zehnten Januar, in wagenvoller Bücher.
00:08:47: Die Zeitung, die Korbacher Zeitung meldete seinen Tod auf Seite drei.
00:08:51: Rüßler hat die Geschichte von seinem Großvater und er erzählt sie so weiter.
00:08:58: Von einem seltsamen Bewohner des Steinhauses berichtet die Korbachers Zeitung am Zehnten January, Ein sonderlingeigener Art, ein zufriedener Arbeiter ist da hier vor vierzehn Tagen zur letzten Ruh eingegangen.
00:09:14: Christian Heine auch Blumenchrist genannt, bewohnte seit etwa fünfundzwanzig Jahren den Keller des in der Enser Straße gelegenen Steinhauses.
00:09:24: eine überbleibste vergangene Herrlichkeit.
00:09:27: Alle Bemühungen der Behörden ihnen ein Hospital zu bringen waren
00:09:30: vergeblich.".
00:09:31: Er hatte weder Heerd noch Ofen.
00:09:34: Seine Speisen bereitete er sich mitten im Keller selbst und trug das Holz dazu auf seinem Rücken aus den Wäldern auch selbst herbei.
00:09:42: Er kaufte nur alte Kleider, machte erst einige Löcher hinein und trugg erst dann dieselben.
00:09:49: In den letzten Jahren besuchte unser Sonderling die Kirche nicht mehr.
00:09:53: Dagegen sang und betete er sobald die Kirchenglocken ausgeklungen in seiner
00:09:59: Wohnung.".
00:10:00: Abends um sechs Uhr legte er sich zu Betten und stand schon drei Uhr morgens auf, als dann wurde bei Melchasteich Waschwasser und beim marktbunden Kaffee Wasser geholt.
00:10:12: In seinem Nachlasse befindet sich ein großer Wagen voller Bücher aus allen Zweigen der Wissenschaft – ebenso ein großer Haufen Zeitungspapier!
00:10:22: Dieser zufriedene Mensch, der letzte Sonderling Korbachs ist im Alter von dreieinachtzig Jahren
00:10:27: gestorben.".
00:10:30: Als Erläuterung dazu, Christian Heine geboren am neunzwanzigsten Dritten, achtzehnhundertnein, gestorben.
00:10:37: Am sechzehnten Zwölften, achzehnzwo-neunzig genannt das Blümücken soll jeden Morgen ins Dalvige Holz gegangen sein um hier sein vergrabendes Geld zu suchen.
00:10:49: Gute Freunde sollen ihm in den Revolutionsjahren achtzehntenvierzig, neunzentvierzig dazu geraten Und das Geld dann fortgenommen haben.
00:10:59: Er war ein Sohn des Franz-Heine und der Marie-Lioniane Elisabeth Rode, Kirchplatz V und Katagen IV.
00:11:08: Bleiben wir noch mal in Korbach.
00:11:10: Wer in der Korbacher Altstadt nach oben schaut, er sieht zwei Türme Die Kylianzkirche mit dem berühmten Südportal weiter bekannt Und die Nikolaikirche etwas stiller, etwas weniger im Rampenlicht.
00:11:20: Sabinier Silvaschi ist in der Nikolaikkirche getauft worden Und sie kennt da viele Ecken.
00:11:25: Sie kennt auch eine Sage, die erklärt Warum die Glocken dieser Kirche so klingen, wie sie klingen?
00:11:30: Es war vor etwa einem halben Jahrtausend.
00:11:33: Ein schwuler Sommertag ein Bürgermeister auf dem Weg zum Holzplatz.
00:11:37: Ein Unwetter am Homburg und einen Rotarger Fremder am Wegrand.
00:11:42: Sabine Silvaschi erzählt das so
00:11:46: Die Klocken von Sand Nikolai.
00:11:48: Vor vielen, vielen Jahren ist es wohl ein halbes Jahrtausend her Ritt an einem schwüllen Sommertage der Bürgermeister der Neustadt durch Korbass Gassen zum Berndorfer Tor hinaus.
00:11:59: Er kam vom Bau der Nikolajkirche.
00:12:01: Die Altstadt Korbach erbaute ihrem Schutzherrn dem heiligen Kilian zu preis und dank eine wundervolle Kirche.
00:12:08: Und die aufblühende Neustatt wollte und konnte nicht zurückstehen und hatte fast gleichzeitig ihren Schutzheiligen zu Ehren den Bau ihrer Sand-Nikolaj-Kirche begonnen.
00:12:18: So bauten wohl hundert Jahre lang die Alt- und Neustädter um die Wette.
00:12:22: Je näher aber der Kirchenbau der Vollendung kam, umso mehr mussten sie zu ihrem großen Bedauern einsehen, dass die Kiljanskirche viel schöner werden würde.
00:12:33: Selbst eine reiche Spende reicht er nicht aus, um es den stolzen Patriziern der Altstadt gleichzutun.
00:12:40: Wie hoch und herrlich ragte der schlanke Turm, Der mächtigen Kiljans Kirche ins Land Und ihr wundervolles Portal war gar nicht zu übertreffen.
00:12:49: Missmutig und verstimmt tritt der Bürgermeister zum Homberge hinaus Zum Holzplatz der Stadt um nach dem Rechten zu sehen Obwohl im Westen hinter dem Eisenberge Mit dumpfen Krollen ein schweres Wetter heraufzog.
00:13:04: Kaum hatte er im scharfen Ritt die Landwehr erreicht.
00:13:07: Da brach das Unwetter los.
00:13:09: Mit knapper Not kam er bis zum Waldesrande, wo er sein Pferd unter dem breiten Geäst mächtiger alter Buchen vor den rauschenden Regengüssen schützte.
00:13:19: Er selbst kannte keine Feucht – er hatte die Augen im Wetter und hielt ruhig das zitternde Tier am Zügel.
00:13:26: Unter dem Buchen wollte er ausharen, bis sich das wilde Wetter ausgetobt hatte.
00:13:31: Immer rascher folgten Blitz-und Donner aufeinander!
00:13:34: Das ganze weite Land lag im Dämmergrau der Wetterwolken und Regengüssen Da der Donner schlag.
00:13:41: Im nahen Steinbruch brasselten Felsmassen in die Tiefe.
00:13:45: Mit Mühe hielt er kräftige Mann sein zitterndes Ross, welches sich vor Schreck scheu aufbäumte und hoch empor stieg.
00:13:53: Es war als hätte sich mit diesem Donnerkrachen die wilde Gewalt des Wetters erschöpft.
00:13:58: Aber auch im Herzen des Bürgermeisters hatten sie Sturm- und Unmut gelegt.
00:14:02: Als die Trosseln in den Buchenkronen ihre süßen Jubelglieder begannen, schritt er sein Pferd am Zügel fröhlich und wohlgemut auf nassen Waldwegen durch den Tropfenfall der Buchen dem Holzplatz zu, dem seinem Besuch galt.
00:14:17: Aber was war das?
00:14:19: Wetter zerzaust.
00:14:20: regungslos kauerte ein rothariger Mann vor ihm am Wege.
00:14:25: Sein mühder flähender Blick sagte mehr als alle Worte.
00:14:29: Nun, mein guter Alter, die hat das Wetter wohl arg zugesetzt.
00:14:33: Als der alte Wortlos nickte, nahm der Bürgermeister ein Fläschchen aus der Satteltasche, Goswein in einen silbernen Becher und reichte ihn dem müden Mane.
00:14:43: Da alter Rotbad nim und trinkb – es sollte mein Festpatrungs sein!
00:14:48: Aber dir tut er eher Not als
00:14:50: mir.".
00:14:51: Der Fremde nahm den Becher Und lehrte ihn auf einen Zug.
00:14:55: Dann, als durchströmte ihn neue Lebenskraft, regte er sich hoch empor so dass der Bürgermeister vor Schreck ein paar Schritte zurückdraht.
00:15:04: Gab den Becher wieder hin und sagte «Hab dank du edler Mensch!
00:15:08: Du halfest mir!
00:15:09: Ich willst dir gern vergelten.».
00:15:11: Kann ich dir nicht zu Liebe tun?
00:15:13: Hast du vielleicht eine Sorge?
00:15:15: Der Bürgermeister musste lächeln und dachte, du wärst der Rechte mir meine Sorgen abzunehmen.
00:15:20: Aber gut gelaunt wie er war erzählte er von seinen Sorgen um die Nikolaikirche, die so sehr hinter ihrer prächtigen Schwester zurückstände.
00:15:29: Wenn dich weiter nichts drückt hier kann ich helfen.
00:15:32: Komm folge mir!
00:15:34: Mit diesen Worten schritt er rasch dem Steinbruch zu – so rasch dass der Bürgemeister seine Not hatte ihm zu
00:15:40: folgen.".
00:15:41: Dann wies er auf die Stelle, wo der Wetterstrahl an der steilen Wand herniedergefahren war.
00:15:47: Eine schmale, schimmernde Schlangenlinie unten am Felswand zeigte seinen Weg in die Erde.
00:15:54: Mit einem goldenen Hammer schlug der Fremdling die goldschimmende Splitzspur vom Felsen los das die Funken sprüht und gab dem Bürgermeister eine Handvoll Stücke.
00:16:05: Nimm hin und verwahre es gut!
00:16:07: Und wenn ihr die Glocken gießen lasst für den Turm eurer Nikolajkirche, so vergiss nicht diese dem Glockengießer zu geben.
00:16:14: Den Glockenzunutz, dem Wetter zum Trotz, dem Turme zum
00:16:18: Schutz.".
00:16:19: Der Bürgermeister nahm die goldenen Splitter und bark sie sorgsam in der Satteltasche.
00:16:24: Als er sich aber wieder umwandte, um noch vielerlei zu fragen – und um den Alten zu danken war er spurlos verschwunden!
00:16:32: Nach diesem seltsamen Erlebnis machte sich der Bürgemeister auf den Heimrit.
00:16:36: Kein Mensch erfuhr von der wundersamen Stunde im Homberge.
00:16:41: Aber als der Tag des Glockengusses für die Kirche St.
00:16:43: Nicolae herankam, gab er dem Glockengießer die goldenen Splitter mit der Weisung sie vor seinen Augen miteinschmelzen.
00:16:52: Von Anfang bis zu Ende war er beim Glockengegutze zugegen und konnte den Tag kaum erwarten, an dem die Glocke im Nikolaiturm sich wiegen und klingen würden!
00:17:02: An einem sonnigen Spätherbstage war es, als die Glocken von St.
00:17:06: Nicolai zum ersten Mal in alle Lande klangen.
00:17:10: Die Alt- und Neustädter standen in den Gassen voll Freude.
00:17:14: über die schönen reinen Klänge – die Glocke stimmen rief wundersam hinaus ins Weite!
00:17:20: Alle nahen Dörfer in der Runde vernahmen den Zauberschall und von Lengelfeld und Lellbach kamen ganze Scharen von Landsleuten herbei um das wunderbar ergreifende Geleute in der Nähe zu
00:17:30: hören.".
00:17:31: Den Bürgermeister kamen die Tränen, als er all die Freude und all den Jubel erlebte.
00:17:36: Der Spruch des Alten aber ist richtig in Erfüllung gegangen!
00:17:40: Die stolze Schwester, die St.
00:17:42: Kilianskirche, verlor ihren hohen schlanken Turm nachdem er viermal durch Blitzschlag niedergebrannt war.
00:17:49: Der Nikolaiturm mit seinen wundervollen Klocken aber ragt trotz Stürmen noch heute – dem Wetter zum Trutz, dem Turme zum Schutz.
00:18:00: Sebastian sagt über ihre Kirche, auf die innere Stärke kommt es an.
00:18:04: Der Dachstuhl der Nikolaikirche stammt noch aus dem späten Mittelalter.
00:18:08: Archenbalken gefällt, die tragen das dach bis heute.
00:18:12: Die Kroniken hatten jahrhundertelang berichtet Im Blitz habe sieb zu zwei Auf den Turmhelmen der Nikolajkirche im Brand gesetzt.
00:18:19: Aber die Balken sagen was anderes.
00:18:22: Manchmal weiß das Holz mehr als das Papier.
00:18:25: Und jetzt verlassen wir Korbach.
00:18:27: Wir fahren nach Nordenbeck.
00:18:28: Willi Göbel wohnt dort wo der Turm zum täglichen Ausblick gehört.
00:18:32: Er weiß, was auf diesem Turm passiert ist – zweimal mit zwei Frauen beide aus der Familie von Vier-Münden.
00:18:39: Beide in den Jahrhunderten, in denen das alles irgendwie ganz anders hätte ausgehen können….
00:18:45: Die erste Geschichte spielt um das Jahr vierzehrdreißig!
00:18:50: die auf ihrer Tafferkeit weit und breit berühmt waren, auch eine Tochter, die mächtig ließ.
00:19:05: Die lebliche Jungfrau wuchs mit ihren Brüdern auf und wurde gleich ihnen in den Rittelrichen Künsten unterrichtet.
00:19:12: Sie brachte es hierhin soweit dass sie an allen Ritterspielen teilnahm im Speerwerfen- und Armbrussschießen-Galziatsmeisterin.
00:19:20: Gar mancher Ritter hätte gern das schöne Edelfreude ein Heim geführt.
00:19:24: Auch Lothar von Eppe hatte sich um sie beworben Aber sie hatte ihn abgewiesen.
00:19:29: Da lernte sie auf einem Turnier Reinhard von Dalwig, der auf der Weidelsburg saß, kennen und lieben – und bald verlobten sie sich mit ihm.
00:19:38: Weil die Liebenden sich nicht täglich sehen konnten, richtete sie nach damaliger Sitte Tauben ab, die ihnen Kunde voneinander bringen sollten.
00:19:46: Täglich flog eine Taube von der Weidelsburg nach Nordenbeck und von dort zur Weideltsburg.
00:19:52: Jede Woche kam ein Paarge und brachte die Tiere wieder zurück.
00:20:00: Eins fand in Kassel ein großes Turnier statt, zudem auch den Nordenberger Schlossherr mit seinen Söhnen reiten wollte.
00:20:07: Es war Friede im Lande und er ließ deshalb nur eine geringe Besatzung zurück.
00:20:12: Auch wusste er, dass seine unerschrockene Tochter ihm Notfalle seine Burg Toffer verteidigen würde.
00:20:19: Die ersten Sonnenstrahlen vergolden die Zinnen des Eisenbergerschlosses als der Herr von Nordenbeck mit seinem Stadtlichen Gefolge auf der Straße nach Korbach dahin ritt.
00:20:30: Kaum war das fertige Treppelverhalt, da schlichtig aus dem Burgtor ein Mann, scheube im Blick des Alters den Wald zu und schlug den Weg nach Ebbe ein.
00:20:39: Nichts gute Schiene im Sinn zu haben!
00:20:41: Klingenden Lohn hatte ihn in der Ebbe verheißen für die Meldung, dass der Nordenböcker weggeritten und die Burg schwach bewährt war.
00:20:50: Froh lockend von Namen Lothar von Ebbe die Kunde – jetzt konnte er ein längst geplantes Pubenstück
00:20:55: ausführen.".
00:20:56: Er wollte das schöne Schloss vorleihen, was ihm verschmäht hatte mit Gewalt auf sein Schloss bringen.
00:21:02: Es war an einem schönen Maimorgen als Mächtelt die eben den Turm bestiegen hat um eine Taube mit einem Gruß abzusenden in der Ferne die Helme fremder Ritter Blinken sah.
00:21:14: Sie führte dinten die eppischen Farben.
00:21:16: Da mächtelt dem bösen Sinn des Ritters Kante an die ihr nichts Gutes.
00:21:21: Sofort ließ sie dem Wächter ins Horn stoßen.
00:21:24: Sie selbst schrieb rasch einen Hilferuf an den Geliebten und ließ die Taube damit zur Weilsburg fliegen.
00:21:31: Inzwischen war die Zugbrücke hochgezogen, und die Besatzung zusammengeeilt.
00:21:35: Mit Umsicht verteilte mächtelt ihre kleine Schade auf die wichtigsten Punkte der Burg.
00:21:41: Als der Äpper am äußersten Tor von der Brücke Einlass begehrte, ließ ihn abweisen.
00:21:46: Er drohte mit Gewalt wenn ich sofort die Zug brücke herunter gelassen würde.
00:21:51: Ein Pfeilhagel war die Antwort.
00:21:54: Der Angreifer wusste wohl mit einem tapferen Widerstand gerechnet haben, denn er hatte eine Steinschleuder mitgebracht.
00:22:00: Mit dieser ließ er an das Tor schwere Steineschleudern und es dauerte nicht lange.
00:22:05: da war der schwere äußere Tor zerschmettert.
00:22:08: Jetzt jagte er einige Mann durch den Wassergraben, denen es trotz größerer Gegenwehr der Besatzung gelangt die Zugbrücke herunterzulassen.
00:22:18: Inzwischen hat sie sich mächtelt mit ihrem letzten Rest ihrer Getreuen auf den Burgfried geflüchtet und alle Zugänge verhammeln lassen.
00:22:26: Wie gespannt blickte sie gern Osten, von wo jeden Augenblick der Weilsburger kommen musste?
00:22:32: Schon hörte sie aktive an dem Tor des Burgfrieds, da sah sie in der Ferne eine Staubwolke näher und näherkommen.
00:22:40: Ein Jubel laut entrang sich ihrer Brust.
00:22:43: Kurze Zeit vergink ihr düngte es eine Ewigkeit!
00:22:46: Da sprengt ein stattlicher Tropreiter über die Zugbrücke die der Epper in seiner Sorglosigkeit nicht hochgezogen hatte.
00:22:58: Die Räuber wurden überrascht, dass sie sich fast ohne Gegenwehr gaben.
00:23:03: Mit Lothar machte Reinhard kurzen Prozess.
00:23:06: Er ließ ihm beide Ohren abschneiden und jachte ihn mit seinen Knappen aus der Burg hinaus.
00:23:11: Dann erholte er sich von den Dank von den Lippen der Geliebten.
00:23:16: Es dauerte nicht lange.
00:23:17: da wurde Reinhart und möchte ein glückliches Paar.
00:23:21: Der Äppel aber begab sich außer Landes, denn er konnte den Spott und die Wachtung der anderen Rittern nicht ertragen.
00:23:28: Nie wieder hörte man etwas von ihm – Er ist verdorben
00:23:31: gestorben.".
00:23:34: Willi Göbel lacht ein wenig wenn er die Geschichte erzählt.
00:23:37: Glotter von Äpple verlässt die Burg ohne Ohren und ohne Ehre und niemand hört jemals wieder von ihm.
00:23:44: Göbel hat noch eine zweite Geschichte, derselbe Turm Die Eichen
00:24:00: Saat von Nordenbeck betrifft die Anna von Fürmund, wie ich ja bekannter als die Mechtel von Fürmünd damals und ich lese das auch mal vor.
00:24:13: Ich habe das lange Streit nendlich satt, schrieb Anna Von Fürmind kurzerhand an ihrem Vetter.
00:24:19: lange Jahre hat nun der Prozess geschwebt um dieses Stück Land.
00:24:24: Ich bin als Müt und es mag Euer sein, bestell will ich nur noch einmal dort und fahre ich dann meinen Ernte ein so sei es Euer auf mein
00:24:33: Ehrenwort.".
00:24:35: Der andere sportet leis und ist bereit, macht sie doch einmal den das Land bebauen, doch wie er reitet um die Erntezeit hinaus um sich den Acker zu beschauen?
00:24:44: Nicht reif zur Ernte findet er die Saat, nicht Goldenbogen dort ein Ehrenfeld.
00:24:50: Belistet hat sie ihn mit schlauer Tat und hat ihr Feld mit Eichelsaat bestellt!
00:24:56: Der Graf flucht krimmig, das sich so weit volllisst, dass lerne ich zu meinem Schaden – Ich geschwind.
00:25:02: Bis ihre Saat eins reif zu Ernte ist, weht um den Eisenberg noch mancher Wind.
00:25:07: Er spornt sein Ross und rein heimvoll Wut.
00:25:10: Doch auf dem Nordenmerkerturm stand Anna von Vier Münden und ihr Auge ruht, Auf ihre Saat und ihre Meichenland.
00:25:20: Kommen wir nochmal kurz zu Anna von Viermünden.
00:25:47: Sie kommt in der Geschichte, die Eichenseit von Nordenbeck als kluge Frau vor, die einem überlegenen Fetter die Antwort schuldig bleibt, die er erwartet.
00:25:54: Eine gute Geschichte, schlaue Frau enttäuschter Fetter, relativ offenes Ende.
00:25:59: Aber Anna vom Viermynden ist historisch belegbar.
00:26:02: Keine Figur aus dem Volksmund sondern eine Persönlichkeit, über die es Akten gibt.
00:26:06: Als ihr Vater starb versuchten drei Fettern ihr das Erbezunehmen.
00:26:10: Das Recht sprach zunächst gegen sie.
00:26:12: Besetztümer gingen damals an männliche Nachkommen.
00:26:16: Anna fand eine Bibelstelle, die auch Töchtern das Erben erlaubt und klagte jahrelang durch mehrere Inzansen bis für das Reichskammergericht nach Speyer – das höchste Gericht des heiligen Römischen Reiches.
00:26:28: Und sie gewann!
00:26:31: In nineteen-fünfundneinzig erfüllte sie ein Gelöbde, dass sie in der schwersten Jahr abgelegt hatte.
00:26:36: Wenn ich das Erbe meiner Väter zurückbekomme, baue ich ne Kapelle und einen Armhaus hat sie gesagt.
00:26:43: Sie stand zu ihrem Wort und die Verpflichtung dieser Kapelle in Stand zu setzen, gilt übrigens bis heute.
00:26:48: Die Familie Canisius hat vor wenigen Jahren die Schievereinleitung zum Beispiel erneuert.
00:26:55: Das ist der Kern einer Sage nicht die Erfindung sondern die verdichtete Wirklichkeit, die sage dramatisiert sie vereinfacht.
00:27:04: Sie erzählt aber eben auch lebendiger als sie Akten des Reichskammergerichts tun würden.
00:27:08: Aber Sie bewahrt auch etwas Wahres und weil sie es in eine Geschichte verpackt, die man weitererzählen kann auf der Bank vor dem Haus im Klassenraum mit acht Jahrgängen oder heute im Podcast überlebt sie.
00:27:23: Die Gerichtsakte liegt irgendwo im Archiv.
00:27:25: Die Geschichte könnt mir die Gübel auswendig!
00:27:30: Ich möchte zurück zur Sorge unserer Leserin und Leser kommen... ...die Angst dass alles vergessen wird.
00:27:36: Die Sorge ist regal.
00:27:37: Wie gesagt, wenn die Menschen aufhören zu erzählen, dann sterben Geschichten und sie die regionale Überlieferung seit dem zwanzigten Jahrhundert still verschwunden weil die Generation diese Kante gestorben ist ohne dass jemand zugehört hat.
00:27:52: aber ich sehe auch noch was anderes passieren.
00:27:55: Ich sehe Harald Rösler der in den Zeitungsartikel von eighteen neunzig abtippt damit die Geschichte halten bleibt der seit Jahrzehnten Rundgänge durch Norden meckleitet und im Herbst wieder einen Plant übrigens.
00:28:08: Und ich sehe Sabine Silvaschi, die Geschichte der Nikolaikirche in Sicht trägt, seit sie dort getauft wurde.
00:28:15: Diese Menschen sind keine Archivare, sie sind lebendige Überlieferungen – und sie kommen zu uns nicht weil sie überredet wurden sondern weil Sie selbst wissen diese Geschichte muss weitererzählt werden.
00:28:27: Lebendige Überlieferung braucht keine Institution, den etwas an ihn legt.
00:28:34: Und ich möchte noch einen anderen Blickwinkel einbringen aus dem Bohnhagermuseum im Korbach, im März, und es eröffnet dort die Wanderausstellung Fantastische Wesen, Zauber der Mythen und Sagen.
00:28:47: Zufall zu unserer Serie.
00:28:48: Museumsleiter Dr.
00:28:49: Anouf Skriemer hat kurz vor der Eröffnungensatz gesagt, den ich ganz gut fand.
00:28:55: Er sagt hinter jedem Fahrebelwesen steckt eine Menge stille Post und wahrer Kernen.
00:29:00: Die Ausstellung zeigt wie Mythen entstehen.
00:29:03: Der Zyklop möglicherweise entstanden, weil antike Griechen zwergelefanten Schädel fanden und deren charakteristische mittlere Öffnung als Auge eines einäugigen Riesen deuteten.
00:29:13: Das Einhorn ergebnis einer langen Kette von Fehlübersetzung Im dritten Jahrhundert hat vor Christus übertrügen griechische Gelehrte das hebräische Wort für den Auerochsen als Monokeros – so Einhorn.
00:29:27: Martin Luther übernahm diese Überlieferung in seine Bibelübersetzungen Und erst siebzehn und neunundsebzig deckte der Gelehrtere Heinrich Sander den Erntum auf.
00:29:36: Da war das gehörnte Pferd längst in der Welt.
00:29:39: Skriper sagt dazu, viele Dinge waren nicht erklärbar.
00:29:43: Heute ist es all das Unbekannte was Menschen nicht fassen können.
00:29:48: Füllen Sie mit Geschichten Damals wie heute.
00:29:51: Es gibt dabei eine bemerkenswerte Lücke in der Ausstellung.
00:29:55: Das Museum hatte gezielt nach einem regionalen Waldecker-Fabelwesen gesucht, etwas das sich für die Schau eignete – es hat aber nichts für Weltbeeres gefunden!
00:30:04: Die Heulen, die sagenhaft hilrefreichen Geister aus der Waldecker Überliefung, warten also noch auf ihren Auftritt im Bodenhangemuseum und sie werden den Auftritt in der WZ auch noch haben.
00:30:16: Dass sie nicht auftauchen ist kein Vorwurf an das Museum.
00:30:19: Es ist ein Hinweis darauf dass noch was zu tun ist.
00:30:23: Und wie wichtig dass die WLZ-Serie gerade diese Lücke füllt.
00:30:27: Nicht musial, nicht akademisch sondern lebendig mit Menschen, die erzählen.
00:30:33: Die Wallecker sagen sind Teil desselben Musters das diese internationale Ausstellung zeigt.
00:30:38: Auch hier echter Ort, echter Kern, echte Menschen dahinter.
00:30:42: Mächteleite von Viermünden kämpft auf einem Turm dennoch steht Annervorn Viermynden prozessiert bis nach Speyer Und der Kapelle, die als Dank gebaut hat, die steht in Norden weg Der Blumenkrist und im Kellern des Gebäudes, das man heute noch zeigen kann.
00:30:57: Der Fremde mit dem goldenen Hammer Sabine Zewaschi sagt die Glocken von Sankt Nikolai klingen heute deswegen noch besonders... ...und die Glocke hängen doch!
00:31:08: Geschichten, die an Ortenhängen überleben wenn der Ort bleibt und wenn sie immer weiter erzählt werden.
00:31:21: Kommen wir mal so ein bisschen zum Ausblick Die unsere Serie Wallecker-Mythen und sagen, die läuft noch bis mindestens in den August.
00:31:27: Wir kriegen viele Nachmeldungen und Rückmeldung.
00:31:30: Also es kommen noch einige Geschichten.
00:31:32: In Willing zum Beispiel, im Volkmaßen geht's um die Hollen.
00:31:35: Da habe ich gerade schon darüber gesprochen, hilfreichige Geister, die in der Wallecker Überlieferung eine besondere Rolle spielen und die bisher nirgendwo so richtig gesammelt wurden wie sie es vielleicht verdient hätten.
00:31:45: Im Edertal zwischen Berchheim und Böhne streiten Riesen um ein Stück Land.
00:31:50: In Waldeck erzählt z.B.
00:31:52: auch einen Herzog von dem Markt des Schuhmeisters vom Wichteln.
00:31:59: Im Berg Freiheit, Bad Bad Wildung taucht eine Geschichte auf die vielen bekannt vorkommen wird zwischen den Bittchen und die sieben Zwerge mit weiliger Wurzeln.
00:32:08: Und rund um Korbach warten noch ein paar Orte – die Streitschette Helmscheid der Harnberg in Rena oder die Drachenhöhle bei Oberburg.
00:32:18: Jede dieser Geschichten hängt an einem Ort.
00:32:20: Jeder hat einen Menschen, der sie kennt und viele warten auch darauf dass jemand fragt.
00:32:25: Deswegen meine Bitte an dieser Stelle Wenn du den Geschichte hast, dass dein Dorf aus deiner Familie von einem Ort der einen Ruf hat, den du vielleicht nicht ganz verstanden hast dann schreib mir.
00:32:36: Meine Kontaktdaten findest du in dem Schauenplatz.
00:32:39: Und dann ist da noch der Gedanke der uns durch diese Folge begleitet hatte.
00:32:44: William Walker, der Chef aus Nornbeck saß abends auf der Bank und erzählte Willi Göbel hat zugehört.
00:32:52: Heute sitzt Du vielleicht im Auto In der Bahn, in der Küche und hörst diese Geschichten.
00:33:00: Das Medium hat sich also geändert, das Prinzip nicht eine Stimme, eine Geschichte und jemand der zuhört.
00:33:10: So lange es so geht ist nichts verloren.
00:33:13: Danke fürs Zuhören!
00:33:20: Und ich lasse dich nicht aus dieser Folge ohne eine gute Nachricht und die kommt diesmal aus Korbach.
00:33:26: Ja wir haben schon drüber gesprochen.
00:33:27: im Wolfgang Brunhaber Museum läuft nur bis zum vierzehn Juni zwanzig sechsundzwanzig Die Wanderausstellung.
00:33:32: Fantastische Wesen Yeti, Zyklob, Meerjungfrau, Wehrwolf, Wolpertinger.
00:33:38: Sie alle machen gerade den Korbach Stationen.
00:33:40: Wer das Museum betritt wird bereits im Eingang aufgehalten und lebt ein echter Fischer in einem Boot und hinter ihm lauert ein Seemonstar aus der Tiefe.
00:33:49: Willkommen in der Welt der Fabelwesen!
00:33:51: Und morgen wenn du diese Folge am Erscheinungstag hörst, also morgen am siebenzwanzten Mai gibt es um achtzehn Uhr eine Feieranführung ohne Anmeldungen einer der letzten Gelegenheiten die schauen noch zu sehen.
00:34:05: Eine weitere folgt am zehnten Juni.
00:34:08: Die gute Nachricht steckt dabei jetzt nicht im Programm, sie steckt in dem was diese Ausstellung Graubach bedeutet.
00:34:15: Unsere Leser und Leserin schreiben uns dass Sie teilweise Angst haben.
00:34:18: die alten Geschichten können vergessen werden.
00:34:21: Diese Ausstellung zeigt das Gegenteil.
00:34:24: Mühten und Sagen ziehen Menschen an.
00:34:26: heute mitten in der aufgeklärten Zeit.
00:34:29: Museumsleiter Skriber sagt Der Mensch braucht diese Geschichten auch Heute Und das gilt für den Yeti genauso wie für uns, für den Blumenkrist.
00:34:38: Für die Märchenfrau genau so wie für den Rotheigen Fremden am Homburg.
00:34:43: Denn diese Geschichten gehen nicht verloren.
00:34:45: Sie finden neue Bühnen und du hast heute vier davon gehört.
00:34:55: Kommen wir zum Feedback und ich habe eine Nachricht bekommen von Christiane Trierweiler Von der Evangelischen Kirche meine Waldeck.
00:35:01: Danke Christiane.
00:35:02: sie hat mir eine veranstaltungsnotiz geschickt und das ist wunderbar fantastisch.
00:35:07: meine bitte an dieser stelle schicktermine direkt an die lokal redaktion bevor sie vorbei sind am besten noch.
00:35:14: Die adresse dafür ist lokalrelektion atwlz-online.de.
00:35:22: wenn wir wissen dass es sowas gibt dann planen wir uns das ein und fragen geben ebenfalls auch mal nach.
00:35:29: und generell gib mir gerne feedback zur folge.
00:35:31: welche themen interessieren dich Und was brennt ihr auf den Nägeln?
00:35:34: Sendet mir eine WhatsApp-Sprachnachricht an Null ein, sieben Null.
00:35:38: Sieben drei, sieb zwei, ein, Sieben Nulle oder eine E-Mail an lokalrunde at wlz-online.de.
00:35:50: Das war es mit dieser Folge!
00:35:52: Mehr zu einem Thema auf www.wlzminus online.de.
00:35:55: Der Link ist in den Schoenots und wenn du mitgezählt hast dann war das hier Folge zweiundfünfzig.
00:36:00: Wir erscheinen wöchentlich
00:36:01: d.h.,
00:36:03: nächste Woche haben wir einen Jahr voll.
00:36:05: Du darfst etwas erwarten.
00:36:07: Gib mir gerne Feedback zur Folge.
00:36:09: Und wenn du magst, wer mir schreibt kann mit seiner Nachricht auch als Leserbrief in der WLZ erscheinen natürlich nur wenn du das möchtest.
00:36:16: sag mir bitte Wenn das nicht der Fall ist!
00:36:18: Wenn dir die Folge gefallen hat abonnier ganz schnell und einfach die Lokalrunde und wenn du mir helfen möchtes mehr Waldecker und die sich für die Region interessieren zu erreichen dann empfiehle dem Podcast bitte weiter.
00:36:29: Mir werte ihn auf Spotify YouTube usw.
00:36:33: Neue episoden kommen immer Dienstags.
00:36:36: Alle Infos zu dieser Folge findest du auf www.wlz-online.de.
00:36:40: slash podcast Bis nächste Woche mit den Themen die Walek bewegen Dein Dennis Schmidt.
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