(MEIN WALDECK, 3/3) Europäischer Architekt ohne Glück im Felde

Shownotes

Er verliert die wichtigsten Schlachten seines Lebens — und baut trotzdem das Fundament für 250 Jahre Geschichte. Der Abschluss der Georg-Friedrich-Trilogie erzählt, wie aus einem Mann ohne Erben und ohne Feldherrenglück das Fundament für Königin Emma wurde.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Valkour August, sixteenhundneunachtzig.

00:00:03: Georg Friedrich von Waldeck schlägt die Franzose.

00:00:05: ein sauberer Sieg klare Taktik der fein seht sich zurück.

00:00:09: Es ist neunsechzehr halt Die Gicht peinigt ihn.

00:00:12: Er kann an schlechten Tagen kaum zu Pferd steigen aber er steht und er gewinnt.

00:00:17: es ist sein schönster Feldsieg Und es ist auch sein letzter.

00:00:23: was danach kommt ist das Gegenteil.

00:00:25: uns ist Teil der Geschichte den die meisten kennen, wenn sie in dem Namen gierg friedlich vom Weileck überhaupt kennen.

00:00:31: Nicht Wien, nicht Marienburg, nicht dreißig Jahre im Dienst des protestantischen Europas sondern Fleurus.

00:00:38: Heute fragen wir was bedeutet eine Niederlage?

00:00:42: Wenn das was dahinter steht stärker ist als der Sieg.

00:01:04: Ludwig der Pferdzenter der Sonnenkönig Der Mann der Versaibaute der absolutistische Monarchie ihre reinste Form gab Der sein Jahrhundert sofort ständig dominierte, dass man es nach ihm benennt.

00:01:16: Das Zeitalter Ludwig des Vierzehnten.

00:01:19: und der Mann gegen den Georg Friedrich seinen ganzen Leben lang gearbeitet hat.

00:01:25: Ludwig hat eine Armee aufgebaut die für seine Zeit einzigartig ist.

00:01:30: Der Marschall de L'Ovoire hat sie reorganisiert.

00:01:33: Versorgung Logistik Auszubildungen.

00:01:37: Der Marschball Vauban hat die Festungskonst revolutioniert.

00:01:40: Frankreichs Gänzen sind mit einem Netz von Befestigungen gesichert, die fast uneinnehmbar sind.

00:01:46: und dann sind da die Feldherren.

00:01:48: François-Haurie de Momo-Récy Boutville Marschall von Luxemburg einer der brillantesten Taktiker seiner Zeit Ein Mann der Schlachten gewinnt wie andere Männer schlafen Mit einer Leichtigkeit wirkt als wäre das alles so einfach.

00:02:01: Im Sommer sixundneunzig treffen Georg Friedrich und Luxemburg aufeinander.

00:02:08: Die Ebene bei Fleurus, heute Belgien, damals die spanischen Niederlande.

00:02:12: Greg Friedrich commandiert die Koalitionsarmee – Niederländer Spanier Engländer Deutsche Truppenkontagente zusammengewürfelt nicht ideal koordiniert erkennt ihre Schwächen.

00:02:23: er weiß dass Luxembourg stärker ist zahlenmäßig und taktisch.

00:02:27: Er versucht mit dem Terrain zu arbeiten mit Defensivstellung die den Angriff kanalisieren.

00:02:32: es wird ihm nicht gelingen.

00:02:34: Luxenburg greift an konzentriert schnell und präzise.

00:02:38: Er findet die Lücken in Georg Friedrichs Aufstellung, er bricht durch, die Koalitions-Truppen geraten ins Wanken zunächst am Flügel dann in der Mitte.

00:02:46: Jörg Friedrich verliert die Kontrolle über das Gefecht.

00:02:49: Er versucht das Schlimmste zu verhindern – und das gelingt ihm!

00:02:52: Die deutsche Biografie schreibt später.

00:02:54: die Art und Weise wie er alle sonstigen Verluste außerdem von Charles Ward zu verhindern wusste Beweis dass er den Spot an Tadel nicht verdiente welchen die Zeitgenossen auf ihn häuften.

00:03:05: Soweit das Zitat, aber die Niederlage ist eindeutig Florus ist verloren.

00:03:11: Die Zeitgenossen damals sind gnadenlos.

00:03:13: in einer Zeit in der ein Feldherr an seinen Schlachten gemessen wird und dann nichts anderem ist Florus eine Katastrophe für den Ruf.

00:03:20: Pamphlete kursieren Briefe werden geschrieben Der alte Mann der nicht mehr kann so klingt es.

00:03:26: Jörg Friedrich liest das Und er antwortet Nicht.

00:03:29: Er arbeitet weiter Das nächste Jahr Leute wieder Belgien wie der Luxemburg.

00:03:38: Georg Friedrich versucht es besser zu machen, er studiert was bei Florus fallen schlief, er passt seine Aufstellung an.

00:03:47: Die Schlacht bei Leuze September-Sechzehnundneinundneunzig endet noch schlechter als Florus die niederländischen Cavalry wird.

00:03:54: dezimierter Rückzug ist geordnet aber der Schaden ist riesig und jetzt ist es wirklich genug.

00:04:00: William

00:04:00: III.,

00:04:01: der zwischenzeitlich als König von England zurück auf die Bühne getreten ist und die Koalition gegen Frankreich persönlich führt, trifft eine kluge Entscheidung.

00:04:10: Georg Friedrich wird nicht entlassen – er wird versetzt.

00:04:14: Stabchef der Niederländischen Armee Eine Ehrenstelle ein Rückzug aus der Frontlinie, der keiner Kapitulation gleicht.

00:04:21: Georg friedrich bleibt in Dienst Er verlet den Oberbefehlen aber nicht das Vertrauen Wilhelms.

00:04:26: Das ist ein entscheidender Unterschied.

00:04:28: Willem versteht was Georg Friedrich ist.

00:04:31: Nicht ein Schlachtengewinner, sondern ein System erbauen.

00:04:34: und das System funktioniert trotz Fleurus Trotz Leuze.

00:04:39: Ein Historiker der deutschen Biografie schreibt etwas, dass den Kern dann trifft Walnek hatte niemals Glück im Felde Stimmt?

00:04:48: Ja ja Und es erklärt aber auch nichts Wer am Ende zählt.

00:04:52: Was Georg Friedlich wirklich hinterlassen hat Der sieht Es kommt nicht auf das Glück Imfelder an Es kommt oft das an Was bleibt.

00:05:01: Okay, harren wir mal einen Moment inne.

00:05:03: Gerg Frittig kämpft ja nicht nur gegen Frankreich, er kämpfe auch gegen seinen eigenen Körper – die Gicht, das Podagra!

00:05:10: Eine Erkrankung der Gelenke angreift, die sich in Schmerzschümen entleht und die Männer dieses Jahrhunderts regelmäßig außer Gefecht setzt.

00:05:17: Der reiche Mann, der zu gut und so viel ist und dringt, dass das Klischee.

00:05:21: Die Wahrheit ist, Gicht ist im siebzenen Jahrhundert weit verbreitet, schlecht behandelbar und kaum kontrollierbar.

00:05:30: Er trägt es mit.

00:05:31: Es beklagt ihn wenig, zumindest nicht in den Quellen die wir haben.

00:05:35: Er reitet wenn er kann und er geht zu Fuß wenn er muss.

00:05:37: Er lässt sich tragen, wenn es nicht mehr anders geht.

00:05:40: Was das bedeutet?

00:05:42: Stellen wir uns jetzt einfach mal gerade kurz vor!

00:05:44: Ein neunzigzigjähriger Mann in einer Zeit ohne Schmerzmittel, ohne entzündungshemmende Medikamente, ohne die Behandlungsmöglichkeiten, die wir heute für selbstverständlich halten.

00:05:53: Der Zehn- und Knie hat, die anschwellen und brennen der manchmal kaum schlafen kann, verschmerzt Und der trotzdem Armin befähligt, Briefe schreibt Verhandlungen führt Bündnisse schließt.

00:06:06: Das ist kein hellen Bild im klassischen Sinn aber es ist das was Georg Friedrich ausmacht nicht Brillianz sondern Ausdauer August, die verlorene Schlacht bei Stehenkerke.

00:06:19: Wilhelm III selbst hat diesmal das Kommando und verlieht gegen Luxemburg.

00:06:23: Es ist nicht Georg Friedlichs Niederlage Aber er erlebt sie so.

00:06:27: Was danach kommt ist eindeutig.

00:06:30: Die Krankheit gewinnt die Oberhand, Georg Friedrich kann nicht mehr.

00:06:33: Er verlässt die Amie und reist nach Bad Ems den Kurort an der Lahn für seine Heilquellen bekannt ist.

00:06:39: Er sucht Linderung.

00:06:41: Ob er sie findet?

00:06:42: Wissen wir nicht!

00:06:43: Was wir wissen?

00:06:45: Er reißt weiter... nach Hause.

00:06:49: Aarolsen November-Sechzehnundneunzig Das Residenzschloss.

00:06:53: Die Stadt, die auf dem Reisbrett entworfen würde noch im Entstehen noch nicht fertig in dieser Zeit.

00:06:59: die Grabschaft Waldeck, die er als Kind kannte.

00:07:01: Die er verließ und zu der immer wieder zurückkehrte.

00:07:05: Am neunzehnten November, sechzehnhundertzweiundneinzig stirbt Georg Friedrich von Waldecks im selben Schloss, in dem er zwanzig Jahre zuvor geboren worden war.

00:07:17: Wenige Tage später in Korbach, St.

00:07:20: Kilian.

00:07:21: Georg Friedlich wird beigesetzt – In den Gruft der Waldecker-Grafen unter dem Stein, der seinen Namen tragen wird.

00:07:27: Es gibt keine große Staatszeremonie über die wir wissen Keine Hohligungsreden, die überliefert sind.

00:07:33: Kein europäisches Aufsehen, das seinen Tod

00:07:35: begleitet.".

00:07:37: Was wir heute haben ist der Stein und den Brief, den Wilhelm III nach seinem Tod schreibt.

00:07:43: An dem niederländischen Staatsminister Heinzius schreibt Wilhelm, er habe Georg Friedrich aufrichtig betraut.

00:07:49: So steht es in einem Brief, der in der Historikerranke später veröffentlicht – Die unerschüttertliche Freundschaft eines Mannes wie Wilhem III legten hohes Zeugnis seines Wertes ab kommentiert die deutsche Biografie.

00:08:03: Alle vier Söhne Georg Friedrichs sind vor ihm gestorben, keine direkte Erbfolge.

00:08:08: Die Grabschaft Wallig-Eisenberg geht aufgrund eines sechzehnundfachtig geschlossenen Erbvertrags an seinen Väter Christian Ludwig von Wallig Wildung.

00:08:16: Damit zum ersten Mal seit threizundert sieben neunzig sind beide Teile der Grabschaft wieder in einer Hand.

00:08:23: Georg Friedich hat keinen Erben aber er hat etwas hinterlassen das vielleicht stärker ist als ein Name auf einem Stammbaum.

00:08:33: Die deutsche Biografie schreibt, mitten im Chaos des siebzehn Jahrhunderts ein aufrichtiger Patriot und ein echter deutscher Staatsmann wie die deutschen Fürstentümer damals keinen Aufzuweisen haben – vielleicht kein großer Mann doch einer den das deutsche Volk hochhalten sollte?

00:08:50: Ein vorsichtiges Urteil typisch für eine Epoche, die ihre Helden nach Schlachten misst!

00:08:54: Aber schauen wir mal genauer hin….

00:08:57: Was hat Georg Friedrich von Wallek eigentlich

00:09:00: gebaut?!

00:09:01: Er hat die Verbindung zwischen Waldeck und Oranien gefliegt, v.a.

00:09:03: in der Mitte des Jahres bis zu seinem Tod über fünfzig Jahre.

00:09:07: Durch Niederlagen, durch Entlassungen, durch Epochen, in denen niemand nach ihm rief – diese Verbindung überlebt ihn.

00:09:14: Er hat das protestantische Bündnissystem mitgebaut.

00:09:17: Die Luxemburger Allianz, die Augsburger Allians.

00:09:19: Diese Allianzen halten Frankreich ins Schach solange sie bestehen.

00:09:22: Sie bilden die Grundlage auf dem Wilhelm III.

00:09:25: in England König werden kann.

00:09:27: Auf Europa nach sechzehntneunachtzig neu geordnet werden wird.

00:09:32: Er hat Wien mitbefreit, am zwölften September sechszehnunddreinachtzig hatte er im Zentrum des Entsatzheers gestanden und die aus manchen Belagerungen gebrochen.

00:09:41: Was danach kommt?

00:09:42: Der langsame Rückzug der osmanischen Macht aus Mitteleuropa – ein Prozess, der Generationen dauert.

00:09:47: aber er beginnt an diesem Tag und beteiligt war ein Waldecker!

00:09:52: Und er hat, obwohl er das selbst nicht wissen konnte eine Tür offen gehalten Die Verbindung zu Oranien, die Wallecker-Regimenter in niederländischen Diensten, die nachhinkommen.

00:10:03: Die Netzwerke, die seinen Namen kennen und die Wallekka damit assoziieren als verlässliche Parter, als protestantische Verbündete, als Menschen auf die man sich verlassen kann.

00:10:14: Zweiundfünfzig Jahre später kommt eine Walleckerin nach Den Haag – Emma!

00:10:18: Sie harrt den König der Niederlande und sie rettet das Haus Oranian Das Haus dem Gjörg Friedrich sein Eitschwur.

00:10:27: die er sechzehnundeinvierzig legte.

00:10:30: Das ist sein Erbe!

00:10:34: In Fritzlank gibt es eine Kaserne, die Georg Friedrich-Kaserne benannt nach dem Mann der in Aarholzen geboren wurde und den Aarholm starb.

00:10:43: Denk ob er begraben liegt?

00:10:44: Der auf keiner Schuhbuchliste steht dessen Name kein Schüler lernen muss, dessen Schlachten keine Historiker ausführlich behandelt.

00:10:50: Und trotzdem Sein Name an einer Kaserner in der Region aus der erstammte.

00:10:56: Es gibt noch etwas... Die Dokumente über sein Leben und politisches Wirken liegen im Hessischen Staatsarchiv Marburg.

00:11:03: Sein Geheimrat, Johann Georg von Rauchbaar hat seine Journaler, seine Tagebücher, seine Berichte zu einer Lebensgeschichte zusammengestellt.

00:11:10: Aachsehundertsiebzig veröffentlicht in zwei Menden in Aarholzen.

00:11:15: In Aarolsen gedruckt in der Stadt, in der er geboren wurde.

00:11:18: Wer tief in diese Geschichte einsteigen will die können sind da sie warten.

00:11:24: Nun haben wir in den letzten sechs Folgen zwei Menschen begleitet Georg Friedrich von Waldeck, der Mann, der die Tür öffnete.

00:11:35: Emma zu Waldecks und Pimmond, die Frau, die hindurchschritt.

00:11:42: Und wir haben eine Frage gestellt am Ende von Emma's Geschichte.

00:11:46: Sie klingt jetzt mit Georg Friedlichs Geschichte im Ohr nochmal etwas anders?

00:11:50: Was bedeutet es klein zu sein?

00:11:54: Waldecke hatte nie eine Armee, die Europa erschütterte keine Flotte Keine Handelsmacht, kein Territorium das irgendjemandem fürchten ließ.

00:12:02: Was Wallek hatte?

00:12:04: Männer die in der Welt gegen Töchter, die Könige heirateten, Grafen und Fürsten, die Bündnisse schmiedeten, Armeen organisierten Verbindungen pflegten – In einer Welt, in der Verbindung Macht sind.

00:12:16: Gelfrinnig verließ Aarholsen aus den letzten Jahren, mit einzwanzig Jahren.

00:12:20: Emmerverließ AARHOLSEN mit zwanzig Jahre.

00:12:24: Beide gingen in die Niederlande.

00:12:26: Beider blieben Walleker.

00:12:28: Bei Georg Friedrich kein Lied beim Begräbnis, das wir kennen.

00:12:31: Nur ein Stein in Korbach.

00:12:33: Bei Emma mein Wallek gespielt bei der Besetzung in Delft.

00:12:37: Das selbe Lied, das heute noch gesungen wird bei Heimatabenden und Festen.

00:12:43: Überlort wo Menschen aus dem Wallecker Land zusammenkommen und sich etwas erinnern dass größer ist als nur eine Verwaltungseinheit.

00:12:50: Wallek ist klein – das war es immer!

00:12:53: Aber Wallek hat immer gewusst.

00:12:55: Größe ist keine Frage der Fläche Das ist eine Frage der Verbindung, der Ausdauer, der Bereitschaft hinauszugehen und gleichzeitig zu wissen woher man kommt.

00:13:04: Georg Friedrich wusste es?

00:13:05: Emma wusste er es!

00:13:06: Und wir hier im Wallecker Land ... Wir wissen das auch!

00:13:14: Das war die Lokalrunde Walleckaporträs.

00:13:17: drei Folgen über Georg Friedrig von Wallek.

00:13:20: Bekommen wieder zurück mit diesen Wallecks Porträts.

00:13:22: Der nächste Kandidat ist bereits im Gespräch und ich kann dir sagen unglaubliche interessante Geschichte.

00:13:28: aber wenn du einen Vorschlag hast Wahr lecker Persönlichkeiten, die du gerne selbst protetiert sehst, dann schreib mir an lokalrunde.atwhlz-online.de.

00:13:36: Das Museenbad Aarholsen im Residenzschloß zeigt die Geschichte des Fürstenhauses übrigens.

00:13:41: Wer mehr über Georg Friedrich erfahren möchte das hessische Staatsarchiv Marburg verwahrt seine Korrespondenz und seine Journale.

00:13:49: Die Lokalrunde gibt es über Dienstags überall wo es Podcasts gibt Bis nächste Woche mit den Themen die Walik bewegen Dein Dennis Schmidt.

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