Der Fall Landau: Untergetaucht im Waldecker Land (2/2)

Shownotes

Er kommt 1950 nach Landau – und sieben Jahre lang ahnt niemand, wer da wirklich auf der Kanzel steht. Ein früherer SS-Hauptsturmführer wird mitten im Waldecker Land zum beliebten Pfarrer, unbehelligt und unentdeckt. Im zweiten Teil der Pawelitzki-Geschichte zeigt Dir Host Dennis Schmidt, wie die Entnazifizierung bei uns in der Region tatsächlich ablief – und was das bis heute bedeutet.

Zu dieser Folge:

Dies ist eine Sonderfolge der Lokalrunde: Teil 2 der Serie über Pfarrer Dr. Richard Pawelitzki. Die Rubriken "Woche im Rückblick" und "Die gute Nachricht" entfallen in dieser Ausgabe.

Die Folge basiert auf "Die Lebensgeschichte des Landauer Pfarrers Dr. Richard Pawelitzki", erschienen in der WLZ-Beilage "Mein Waldeck" im Januar 2026. Geschrieben von Günter Engemann.

Infos: Neue Episoden kommen immer dienstags. Alle Infos zu dieser Folge findest Du auf wlz-online.de/podcast.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Letzte Woche hast du gehört, wie Richard Pavelitzki vom Juristen zum NS funktionieren wurde.

00:00:05: Wie er in der Parteikanzlei mit Boorman arbeitete, wie er Zwangsarbeiter zuteilte, wie ihn bei Ausschwitzen nicht nachfragte.

00:00:13: Heute geht es weiter und die Geschichte kommt jetzt zu uns!

00:00:16: Wie schafft es dieser Mann und entdeckt unterzutauchen und ausgerechnet in Landau im Walleckerland erfänglicher Fahrrad zu werden?

00:00:23: Was sieben Jahre predigt er dort – er tauft, er traut, er beerdigt.

00:00:29: Und niemand ahnt oder will ahnen, wer da wirklich auf der Kanzel steht.

00:00:33: Wir wird aus einem SS-Hauptsturmführer, den Landaufahrer, denen alle mochten.

00:00:37: und warum hilft ausgerechnet die Kirche ihm dabei unterzukommen?

00:00:43: Er kommt in Landau unter aber diese Folge ist nur zum Teil eine Landaugeschichte.

00:00:48: im Kern zeigt sie etwas anderes wie die Entnazifizierung nach nineteen fünfhörtig wirklich ablief nicht als Kapitel aus dem Geschichtsbuch sondern ganz konkret an ein Mann der am Ende bei uns Fahrer wurde.

00:01:03: Am ersten Juli, neunzehntfünfzig tritt er seine Stille an.

00:01:07: Filmsfahrer zunächst in der Bergstadt im Waldeckerland mit den Dörfern Bühle, Lütersheim und Volkerlinghausen dazu.

00:01:14: Ein Jahr später, am ersten Julien neunzenteinfünftig führt ihn die Karnmöller offiziell in sein Amt ein.

00:01:19: Ich habe das mal in WLZ Archiv nachgeguckt was die Landauer nicht wissen!

00:01:24: Der Mann, der hier predigt tauft und beerdigt saß bis vor wenigen Jahren in der Parkteikanzlei der NSDAP.

00:01:30: Er war SS-Hauptsturmführer, er hat mit Boorman gearbeitet.

00:01:35: Wie kommt so einer nach Landau?

00:01:37: Um das zu verstehen müssen wir an den Anfang bzw.

00:01:41: ans Ende des letzten Podcastfolge in die letzten Kriegstagem.

00:01:49: In den letzten Kriegswochen erlebt Pavelitski die Auflösung der staatlichen Strukturen und dem totalen Zusammenbruch.

00:01:55: Nach dem Einmarsch der Amerikaner gelingt es ihm, sich von München aus unentdeckt zu verwandten nach Fulda durchzuschlagen.

00:02:02: In der barocken Bischofstadt trifft er auch seine Frau Hilde wieder.

00:02:06: In seiner Autobiografie hält er fest in Fuldas sei ihn gesagt worden dass er mit fünfzehn Jahren internierungshaft rechnen müsse wenn in die amerikaner aufgreifen würden.

00:02:16: Und jetzt zitiere ich Ich musste einsehen, dass die Freiheit in den nächsten zehn Jahren nicht ohne Lüge zu haben war", schreibt er.

00:02:24: Was wäre ein Satz?

00:02:25: Nicht ohne Lücke zu haben!

00:02:27: Keine Reue keine Schuldeinsicht Kalkül.

00:02:31: Es gelingt ihm für sich und seine Frau Ausweispapiere zu organisieren Gefälschte Papiere Die ihn als Flüchtling aus Potsdam ausweisen Mit früherer Zugehörigkeit zu nur unbedeutenden Organisationen.

00:02:44: Aber woher kommen diese Papiere?

00:02:46: Wer hilft ihm?

00:02:47: Pavelitski schweigt dazu.

00:02:49: Nur so viel, das schwedische Generalkonsulat im München hat schon vor dem Einmarsch der Amerikaner Schutzausweise für Hilde und Richard Pavelitzky ausgestellt.

00:02:58: Schwedenschutz?

00:02:59: Für einen Nazi-Funktionier?

00:03:02: Wie ist es möglich?

00:03:03: Wir wissen es nicht!

00:03:06: Nach Angaben von Fahrer Peter Göbel-Beraun, ehemalige Direktor des hessischen Diakonietzentrums Jevater bei Tresa kommt Pavelidski bei Pfarrer Volkwein Bischhausen unter.

00:03:18: Auf dessen Rat wendet er sich an Pfarrer Friedrich Happig.

00:03:21: Happig ist jetzt eine Schlüsselfigur, er ist seit neunzehnundzwanzig Vorsteher von Hephata.

00:03:26: später wird der Direktor.

00:03:28: Er ist bestens vernetzt und er ist umstritten.

00:03:31: Den Happig stand dem Nationalsozialismus nahe.

00:03:34: Da erklärte er beim Brüdertag der Diokonie mit immer größerer Beklemmung fühlten wir den bolschewistischen Umsturz näher kommen.

00:03:43: da kam die Berufung Hitler zum Reichskanzler.

00:03:45: Großes haben wir erlebt und wir danken Gott aus tiefster Seele.

00:03:49: Mit ganzer Kraft stellen wir uns hinter die neue

00:03:51: Regierung.".

00:03:53: Hab ich war Mitglied der deutschen Christen, der NS-nahen Kirchenströmung.

00:03:58: Ab im Jahr oder im Jahr war er Vorsitzender des Landeskirchenausschusses Faktisch der Leiter der Landeskirsche.

00:04:04: Und hab' ich war keine einfache Figur!

00:04:12: während des Dritten Reichs etwa threehundertfünfundachzig Bewohner deportiert und in Hadamah ermordet.

00:04:18: Die vollständige Auflösung der Vaters hat er verhindert, das ist dann hab' ich's

00:04:22: verdienst.".

00:04:23: Nach dem Krieg wird Habich eine zentrale Figur beim Neuaufbau der Evangelischen Kirche.

00:04:28: Im August neunzehnzundvierzig findet in den Vater die Konferenz statt bei der die evangelische Kirche in Deutschland gegründet wird.

00:04:35: Im September neunzentvierzehnt wird Habicht zum ersten Präsis der Landessegnode von Kursenwalde gewählt.

00:04:41: Ein Mann mit Bacht, ein Mann mit Netzwerk.

00:04:44: Ein Mann, der helfen kann!

00:04:47: Und Pfarrer habe ich hilft dem Paar.

00:04:49: In die Vater erhält Pawelicki's Frau eine Anstellung als Kranken-Gymnastin.

00:04:53: Er selbst bekommt einen Aushilfsjob in der Gärtnerei.

00:04:57: Habe ich es mit dem Kassler Oberlandeskirchenrat Dr.

00:05:00: Gehard Merzin befreundet – dem Vater von Friedrich Merzin.

00:05:06: Das ist der langjährige Freund den Pawelicky eigentlich im Bad Wildungen treffen wollte.

00:05:10: Märzien ist Finanzreferent und Oberkirchenrat, aber in britischer Gefangenschaft.

00:05:16: Ein Netzwerk greift Kirchliche Würdenträger helfen einem belasteten Nazi-Funktionär.

00:05:21: Warum?

00:05:22: Christliche Barmherzigkeit oder das Gefühl dass man zusammenhalten muss gegen die Alliierten und gegen die Endnazifizierung?

00:05:32: Am ersten November can sich Pavlicki an der Philipps Universität in Marburg im Fach Evangelische Theologie einschreiben.

00:05:40: Auf die Frage an seine Frau, ob sie wohl ahne was er in Zukunft tun wolle habe sie spontan geantwortet.

00:05:45: Du studierst Theologie, schreibt er.

00:05:49: Diese Aussage wirkt ein wenig unvermittelt.

00:05:51: Die Motivation für ein Theologiestudium bleibt unklar.

00:05:55: Es ist die perfekte Tarnung.

00:05:57: Wer würde schon einen Theologistudenten verdächtigen ein hochrangiger Nazi-Funktionär gewesen zu sein?

00:06:03: Ist es die Umkehr eines reugen Sünders?

00:06:05: Aber wo ist die Reue in seinen Aufzeichnungen?

00:06:07: Wo ist das Schuldbekenntnis?

00:06:11: Ein großes Wunder Gottes, wie er selbst sagt.

00:06:13: Aber warum wirkt dann alles so berechnet und taktisch?

00:06:16: Jedenfalls sind ihm dadurch Strafverfolgung... ...und internierungshaft erspart geblieben.

00:06:21: Er kann völlig unbehelligt ein neues Leben anfangen!

00:06:24: Nach dem Lebenslauf aus den neunzehntsechziger Jahren absolviert er nach dem ersten thiologischen Examen von Herbst-nausendottachten-vierzig bis Herbst.-neunzehn-virtig sein Vicariat in Nevada.

00:06:36: Nach einem halben Jahr am Prediger-Seminar im Hof Geismar Legt er im Frühjahr, sein zweites Examen ab.

00:06:45: Mit den neunzehntfünfzig wird Pavlicki von Pfarrer habe ich dann ordiniert also in sein geistliches Amt eingeführt.

00:06:51: Zuvor muss er noch ein letztes Hindernis nehmen die Entnazifizierung vor der Spruchkammer in Frankfurt.

00:06:58: Die EntnaZifizierung Ein Wort das nach gründlicher Überprüfung klingt Nach Gerechtigkeit, nach Aufarbeitung.

00:07:04: Bei Pavlicky läuft es anders.

00:07:10: die Kant-Professor Frick selbst NS belastet, vor dessen Augen die Personalakte damit sie bei einer anstehenden Überprüfung der Universität auf ehemalige Nazis nicht auftaucht.

00:07:22: Neunzehntfünfzig am Vorabend seines Verfahrens von der Spruchkammer in Frankfurt ruft ihn der Ankliger persönlich an und gibt ihm – wie Pavlicki selbst später erzählt – hilfreiche Verhaltensanweisungen.

00:07:34: Vor der Kammer votieren schließlich namhafte kirchliche Würdenträger für ihn und der Betriebsrat seines früheren Arbeitgebers, der Logi Metallgesellschaft ebenfalls.

00:07:44: Bei genau diese Firma mussten während des Krieges KZ Häftlinge aus Auschwitz Monowitz Zwangsarbeit leisten.

00:07:50: keine Mitläuferfabrik also die ihnen einfach durchwinkt sondern ein Netzwerk das gezielt half aus der Kirche und aus der Wirtschaft.

00:08:00: am ersten Juli so wie eingangs erzählt Tritt Pavolitski sein Amt in Landau an.

00:08:07: Jetzt mit dem Wissen, das wir über seinen Weg dorthin haben.

00:08:11: In seiner Amtszeit wird der evangelische Kindergarten wieder ins Leben gerufen.

00:08:15: Zum Prusarenkorb besteht eine herzliche Verbindung die weit über seine Dienstzeit hinaus bis zu seinem Lebensende andauert.

00:08:33: Dicht und vielfältig.

00:08:35: Beispiele, schon neun Monate nach Amtsantritt leitet er die Bibelarbeit bei einem Chorleiter-Lehrgang in der Landaukirche.

00:08:42: Thema?

00:08:43: Die Auferstehung unseres Herrn Christus.

00:08:45: Das war der vierte April, oneinfünfzig.

00:08:49: Bei der Pommern Weihnacht der Landsmannschaft in Aarholsen spricht er Zitat wie auch in diesem Jahr wieder das Gotteswort an zweienzwanzend Dezember, neunzeintreihenfünftig.

00:08:58: Die vertriebenen Arbeit ist vom Beginn an bei ihm festinterpretiert.

00:09:03: Im Altersheim Landau begrüßte die Gemeinde zu Filmarbenen des Englischen Filmdienstes, am April, September, dreizehnt.

00:09:10: Dazu Todesanzeigen, Silberhochzeiten und Schulfeste, die WZ dokumentiert ihn all die Jahre als feste Instanz des Gemeindelebens.

00:09:19: Ein aktiver Fahrer – beliebt wie es später heißt – engagiert.

00:09:24: Aber wussten die Landauer wen sie da hatten?

00:09:26: Wussten Sie das ihr Fahrer in der Parteikanzlei gearbeitet hatte?

00:09:30: dass er Zwangsarbeiter zugeteilt hatte, dass er bei Auschwitz nicht nachgefragt hatte.

00:09:35: Wir wissen es nicht – vermutlich nicht!

00:09:38: Zumindest Schwieg Pawełicki.

00:09:40: Die Kirche schwieg.

00:09:41: Die Zeit des Wiederaufbaus war keine Zeit für unbequeme Fragen.

00:09:47: Drei Monate nach seinem Amtsantritt am febundzwanzigten Oktober und neunzehntfünfzig hält Pawelecki in Aarulsen einen Gemeinderabendvortrag.

00:09:56: Thema der evangelischen Mann- und die Remilitarisierung.

00:10:01: Die WLZ berichtet ausführlich.

00:10:03: Sein erklärtes Ziel, er will die Zuhörer gerade nicht mit einem festen Rezept für ihre Entscheidung versorgen.

00:10:09: Er will sie befreien von falschen Vorentscheidungen und Vorteilen hin zu einer wie es heißt Selbstständigen an den Geboten Gottes und seinem Evangelium ausgerichteten Entscheidungen in wahrhaft evangelischer Glaubensverantwortung.

00:10:22: Selbsterklärung kirchlicher Stellen dürften so Pawelicki Zitat niemals der eigenen Entscheidung entheben.

00:10:29: Und weiter Wörtlich würden wir ohne eigenes Urteil hören, wir waren nicht mehr evangelisch.

00:10:37: Einen Satz der Nachhalt Der Mann, der hier die Freiheit des eigenen Gewissens predigt ist derselbe den neunzehntreinunddreißig in die NSDAP eintrat.

00:10:46: Neunzehnunddreißig in DNS.

00:10:48: Der bis zum Kriegsende in der Parteikanzlei diente.

00:10:51: Ohne erkennbaren eigenen Widerstand.

00:10:53: Ohner eigenes urteil gegen die Linien der Partei.

00:10:57: Dreim Monat nach seiner Ordination steht er in Aarhusen und prädigt genau das, was er selbst nicht gelebt hat.

00:11:05: Und niemand im Saal weiß

00:11:07: das.".

00:11:09: Pavlicki beginnt sich schon nach wenigen Jahren nach einer anderen Fahrstelle umzusehen.

00:11:14: Am siebzehn Juli, sechsundfünfzig schreibt Prelat Karl Hilmes.

00:11:17: Pavlicky habe schon verschiedene Male versucht eine Tätigkeit zu erhalten, in der es ihm möglich ist seine juristischen und theologischen Kenntnisse zu verwenden.

00:11:27: Im August, neunzeinssechsundfünftig bewirbt er sich für das Amt des Vorstehers, des weilegischen Diakonistenhauses, Sofinheim und Aarholsen.

00:11:35: Das Sofinheim ist eine wichtige diakonische Einrichtung.

00:11:38: Die bisherige Vorsteher, Fahrer Otto Meier wünscht sich Pavelitzki als sein Nachfolger aber die Mehrheit des Vorstandes ist dagegen.

00:11:47: Die Bewerbung führt nicht zum Erfolg.

00:11:49: Gewählt wird schließlich der Twisterfahrer Friedrich Langenbeck.

00:11:53: im knapp gehaltenen Vorstandsprotokoll vom sechsten September Wird für die Ablehnung kein Grund genannt.

00:12:00: Warum wird er abgelehnt?

00:12:02: Kennt man den Arbeiten seine Vergangenheit, ist sie durchgesickert oder gibt es ganz andere Gründe?

00:12:08: Wir wissen das nicht aber die Aplehnung schmerzt ihn offenbar.

00:12:12: Parallel zu dieser Bewerbung hatte sich Pawe Litzki schon um eine Stelle in der Schleswig-Holsteiner Landeskirch bemüht und dieses Mal mit Erfolg.

00:12:20: Kurz vor dem Jahr als Wechsel fifty-sechsen-fünfzig wird er bei einem Gemeindeabend im Gemeinschaftszahl des Altenheims in Landauer Schloss feierlich verabschiedet.

00:12:29: Von�onzehnzebendfünfzig bis neunzehntzechzig leitet er das Oberschul-Internat Timdorfer Strand, eine Einrichtung des empfangelischen Hilfswerks der Landskirche in Kiel.

00:12:39: Das Bogenhageninternat hat damals etwa zweihundzwanzig Plätze für Oberschlüler meist von Krieg und Vertreibungen betroffene Weisen... ...und Halbweisen!

00:12:49: Aber schon nach wenigen Jahren – deswegen erzähle ich das auch – versucht Pavelitski nach Kurhessenweilig zurückzukehren.

00:12:56: In den vergangenen Jahren hat Adolf Wüstermann in einem Akten vermerkt, dass er aus Gesprächen mit Pawe Litzki über dessen den S-Vergangenheit in Erinnerungen behalten hat.

00:13:13: Dabei kommt es offenbar zu einer Verwechslung mit dem Juristen gleichen Namen der Ostpreußen für die Gestapo gearbeitet hat.

00:13:21: Diese Verweichselung findet sich auch in einem Brief von Prilat-Erich Felmer auf.

00:13:24: vom sechsten Dezember twohundseinzehntzig.

00:13:27: Die Bewerbung in Marburg führt nicht zum Erfolg.

00:13:31: Sehnzehntevierzig übernimmt Pawelecki eine gemeine Vorstelle in Hamburg-Wohldorf, im selben Jahr zeigt sich wie unterschiedlich seine beiden Welten laufen.

00:13:41: Im Mai neunzehnzechzig fährt der Pozaun Carl Landau sein zwanzigjähriges Bestehen.

00:13:47: Pawelezki wird als Ehrengast eingeladen acht Jahre nach seinem Weggang und hält sogar die Festpredigt.

00:13:53: Er bekennt öffentlich seine Freude, das Jubelfest des Bosaunkures mitbegehen zu dürfen.

00:13:58: In der alten Gemeinde ist er hoch willkommen bei der Amtskirche dagegen nicht.

00:14:05: Auch von Hamburg aus versucht er nochmal nach Kursenwaldeck zurückzukehren.

00:14:09: in einem Brief an Prillert Walter Roth vom siebenzwanzigsten September neunzigzehntfünfundsechzig problematisiert er selbst sein fortgeschrittenes Lebensalter und seine Zitat politische Vergangenheit.

00:14:21: Aber er bekräftigt seine Bereitschaft, Zitat einen leitenden Dienst in einer diakonischen Einrichtung zu übernehmen.

00:14:28: Obwohl die Gespräche schon weit gedient zu sein scheinen, scheitert auch diese Bewerbung.

00:14:33: In Hamburg-Wohldorf zeigt sich das Pavelitzki mit seiner NS-Vergangenheit nicht nur ringt – er pflegt sie auch!

00:14:41: Jedenfalls die Kontakte von damals.

00:14:43: Am ersten Oktober aus der alliierten Haftanscheid Spandau entlassen.

00:14:51: Zu dieser Zeit gemeine Pfarrer in Hamburg-Wohldorf schickt ihm eine Großadresse.

00:14:55: Später empfängt er Speer nach eigener Schilderung im Hamburger Pfarrhaus.

00:15:00: Der Mann, der im Krieg als Verbindungsmann zwischen Speer und Bohrmann in der Parteikanzlei diente richtigen Kontakten nach nineteen vierzig also nicht ab, erhält ihn über zwei Jahrzehnte hinweg mitten in seinem zweiten Leben als Pfarrers.

00:15:15: Ein Vorbehalt gehört dazu.

00:15:17: Auch diese Episode, wie viele stammt aus Papelitzkis eigener Postum für öffentliche Autobiografie.

00:15:23: Belegt ist sie nicht unabhängig aber sie passt in ein Muster das sich durch sein ganzes Leben zieht.

00:15:28: die alten Netzwerke bleiben bestehen auch auf der Kanzel.

00:15:33: Zusammenfassend lässt sich sagen.

00:15:35: seine Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt ihn bis zum Ende seines Berufslebens oder vielleicht sogar seines ganzen Lebens, zumindest in seiner Zeit im Kuh Hessen Wallek.

00:15:46: Wohl rückblickend schreibt Pawe Litzki in seine Autobiographie Ich kann nicht daran vorbei dass sich wie Jakob ein Mann mit gebrochener Hüfte war.

00:15:55: Das ist ein biblisches Bild.

00:15:57: Jakob ringt mit Gott und wird dabei an der Hüftel verletzt.

00:16:00: er hinkt fortan aber er erhält auch Gottes Segen.

00:16:04: Ist es Pawe litzky selbstbild?

00:16:06: Der mann der mit gott gerungen hat der gezeichnet ist, aber auch gesegnet oder es eine Rechtfertigung und eine Verklärung.

00:16:14: Ein Versuch sich als Opfer darzustellen, als jemand, der für seine Vergangenheit büßen muss statt als Täter der Verantwortung trägt.

00:16:23: Neben dem Pfarramt engagiert sich Pavelitski übrigens in der Landsmannschaft der Oberschlesia Eine vertriebenen Organisation in einem Teil an den großen Schlesiatreffen und hält dort Gottesdienste für die wenigen evangelischen Oberschläsier.

00:16:35: Die Vertriebendenverbände sind in den Fünfzig und Sechzeigern Jahren einflussreich.

00:16:40: Sie fliegen Erinnerungen und Identität, aber sie sind auch um Stritten.

00:16:44: Revanchismus, Geschichtskletterung, Verdrängung deutscher Schuld – das sind Vorwürfe die immer wieder laut werden.

00:16:51: Pawelicki passt da gut hinein.

00:16:53: Ein Schlesier der seine Heimat verloren hat?

00:16:55: Aber eben auch einen Mann, der dazu beigetragen hat dass Millionen andere ihre Heimat, ihre Freiheit und ihr Leben verloren haben!

00:17:04: Den Ruhestand verbringt das Ehepaar Pavelitzki ab hier in Jestetten bei Schaffhausen nahe der Grenze zu Schweiz.

00:17:12: Schließlich ziehen sie in der letzten Phase in ein Altenheim in Wedelber-Hamburg.

00:17:17: Am ehemaligen Juni stirbt Richard Pavelitsky im Alter von fast neunzig Jahren.

00:17:23: In der Traumpredigt und verschiedenen Nachrufen werden seine große Beliebtheit, seine Ehrlichkeit und Lauterkeit des Herzens sein festhalten an alten Traditionen und ethischen Werden gewürdig.

00:17:35: Ehrlichkeit und Lauterkeit des Herzens, bei einem Mann der seine Vergangenheit verschleiert, den mit gefälschten Papieren ein neues Leben begonnen

00:17:44: hat.".

00:17:46: In seinen letzten Lebensjahren macht Pavelitsky zweimal etwas das er sonst eher nicht tut – zumindest ist es nicht dokumentiert!

00:17:53: Er holt einen Fehler ein.

00:17:55: Wedel, die war in dem Jahr aber im Jahr of the Wild.

00:17:57: Ein nevater Mitarbeiter besucht das Ehepaar Pavelitzki Eigentlich wegen einer Spinnenangelegenheit.

00:18:02: Das Gespräch dreht sich aber um Direktor Happig, von dem beide in höchstem Tönn sprechen – ein rundum untadeliges und uranständiges Verhalten, schreibt Pavlicki's Frau später.

00:18:13: Dann erzählt der Besucher von einem Diakon namens Altschul.

00:18:18: Er starb in Auschwitz.

00:18:19: Happig hatte offenbar über sein Schicksal mitentschieden.

00:18:23: Das Epa reagiert irritiert.

00:18:25: Im letzten gemeinsamen Brief heißt es Von dem Tode des Diakons in Auschwitz wussten wir bisher nichts.

00:18:31: Das beschäftigt uns nun mit vielen

00:18:33: Gedanken.".

00:18:36: Und Landau, in ihrer Freizeit moderne Unterhaltungsmusik zu spielen und ihre Instrumente wochenlang auf dem Fahrboden eingeschlossen.

00:19:04: Ob Fahrer machen Fehler?

00:19:05: schreibt er nun Ich bedauere den Vorgang noch heute.

00:19:08: Es war eine böse Dummheit, die leider auch uns Pastoren passiert, wenn wir zu wenig nachdenken.

00:19:15: Zwei Eingeständnisse in den letzten Lebensjahren Das Eine handelt von eingeschloßenden Trompeten das Andere hätte von einem toten Diakonien ausschwitzhandeln können.

00:19:23: Nur eines davon nennt der offen eine Böse-Dummeheit.

00:19:28: Nun gibt es mehrere unbeantwortete Fragen.

00:19:31: Pavoletskis Geschichte wirft Fragen, Auffragen die uns auch heute noch beschäftigen sollten.

00:19:36: War das Theologiestudium Tarnung oder echte Umkehr?

00:19:39: Seine Aufzeichnungen liegen nahe.

00:19:41: Es war vor allem pragmatisch ein Weg der Strafverfolgung zu entgehen.

00:19:45: Aber können wir in sein Herz schauen?

00:19:46: können wir ausschließen dass da auch etwas anderes war?

00:19:49: Warum halbt die Kirche ihm?

00:19:51: War's christliche Barmherzigkeit?

00:19:53: Oder was ein Reflex der Nachkriegszeit?

00:19:56: Die evangelische Kirche hat ihre NS-Vergangenheit lange verdrängt.

00:19:59: Viele Fahrer hatten der NSDRP oder andere NS-Organisationen angehört, die Endnazifizierung in der Kirche war lasch – Präsilscheine wurden großzügig ausgestellt.

00:20:10: Wusste die Landauer Gemeinde Bescheid?

00:20:12: Vielleicht eher nicht….

00:20:14: Pavlicki Schwieg schließlich.

00:20:17: In den Nachrufen wird als beliebter Fahrer beschrieben, die Menschen mochten ihn offenbar.

00:20:21: Aber hätten sie ihn auch gemocht wenn sie gewusst hätten wer er Und was er getan hatte?

00:20:26: Pavolitski's Geschichte ist ziemlich unbequem.

00:20:29: Sie zeigt, dass Täter nicht immer Monster sind, dass sie normale Menschen sein können – beliebt, engagiert und nett!

00:20:36: Sie zeigt auch wie Strukturen Täter schützen können.

00:20:39: Viele Netzwerke funktionieren.

00:20:41: Wie Schweigen somit Täterschaft wird.

00:20:43: Und sie zeigt, wie wichtig Aufarbeitung ist.

00:20:46: Echte Aufarbeitungen.

00:20:47: Nicht verdrängen, nicht beschönigen sondern hinsehen und Fragen stellen Verantwortung übernehmen.

00:20:55: Pavolitski hat das öffentlich nie getan, in seinen Aufzeichnungen rechtfertigt er sich.

00:20:59: Er erklärt und relativiert aber Reue ein Schuldbekenntnis?

00:21:06: Nichts zu finden!

00:21:07: Können wir ihm verzeihen?

00:21:09: Das ist ja nicht unsere Aufgabe.

00:21:10: Verzeihen können nur die Opfer Und die meisten von ihnen leben nicht mehr.

00:21:14: Aber wir können aus einer Geschichte lernen.

00:21:16: Wir könnten wachsam sein.

00:21:18: Wir können Zivilcourage zeigen wenn Unrecht geschieht Wir können nachfragen Wenn etwas nicht stimmt Und wir können dafür sorgen, dass solche Geschichten nicht vergessen werden.

00:21:28: Dass sie erzählt werden auch wenn sie unbequem sind gerade weil sie unbekwem sind.

00:21:36: Das war die Geschichte von Dr.

00:21:37: Richard Pawelicki vom Juristen zum NS-Funktionär zum Fahrer in Landau.

00:21:43: Was denkst du darüber?

00:21:44: Kann man jemanden wie ihm verzeihen oder hätte er zur Verantwortung gezogen werden müssen und was bedeutet das für uns heute?

00:21:51: Sende mir eine WhatsApp Sprachnachricht an oder ein E-Mail an Lokalrunde at wlz-online.de.

00:22:01: Die Infos findest du auch in den Schornhuts.

00:22:04: Das war's für diese Woche und diese Folge Bis kommende Woche mit dem Themen die Waldeck bewegen Dein Dennis Schmidt.

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